Hafenecker nennt Bablers Medienreform „staatliche Zensurmaschinerie“

Hafenecker nennt Bablers Medienreform „staatliche Zensurmaschinerie“

Kaum hat Medienminister Andreas Babler seine geplante Neuaufstellung der Medienförderung skizziert, hagelt es Gegenwind von der FPÖ. Die Freiheitlichen sehen darin einen gezielten Angriff auf die Pressefreiheit — und verknüpfen die Kritik mit dem schwelenden ORF-Skandal.

„Gesinnungs-TÜV“ für Medien

FPÖ-Generalsekretär und Mediensprecher Christian Hafenecker ließ in einer Aussendung via APA-OTS kein gutes Haar an Bablers Reformplänen. Die Ankündigung, künftig „echten Journalismus“ zu fördern, sei nichts anderes als die Errichtung eines „staatlichen Gesinnungs-TÜVs für Medien“, so Hafenecker laut OTS. Wer als Regierungsvertreter definiere, was echter Journalismus sei, schaffe damit die Grundlage, regierungskritische Medien finanziell auszuhungern. Der FPÖ-Politiker spricht von einem „Frontalangriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit“ und dem „direkten Weg in eine von der Regierung gelenkte Einheitsberichterstattung“.

Auch das geplante Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige und Staatssekretär Leichtfrieds Ankündigung, Algorithmen zu „bändigen“, reiht Hafenecker laut OTS-Aussendung in dasselbe Muster ein: „Alles, bei dem die Regierung nicht die Finger drin hat, wird eingeschränkt und abgewürgt.“

ORF-Reform als „Nebelgranate“

Besonders scharf geht Hafenecker mit Bablers gleichzeitig angekündigter ORF-Reform ins Gericht. Ausgerechnet jene Partei, die den ORF seit Jahrzehnten zur „Propagandazentrale“ umgebaut habe, spreche nun von Qualitätsjournalismus, so Hafenecker laut der OTS-Presseaussendung. Statt einer echten Reform erwartet er nur kosmetische Korrekturen.

Lederer-Skandal als Beweis

Das schärfste Argument gegen Bablers Glaubwürdigkeit sieht Hafenecker im Festhalten an SPÖ-Stiftungsratschef Heinz Lederer. Wie exxpress.at berichtet, erhebt Ex-ORF-Generaldirektor Roland Weißmann schwere Vorwürfe gegen Lederer: Dieser soll versucht haben, zugunsten bestimmter Produktionsfirmen zu intervenieren, und habe im Zuge des Weißmann-Rücktritts die Geschäftsordnung des Stiftungsrats verletzt. Laut exxtra24.at stehen darüber hinaus Vorwürfe im Raum, dass Lederer als bezahlter Berater für den Österreichischen Skiverband tätig war — zeitgleich mit der Verlängerung des ORF-Rechtedeals mit dem ÖSV bis 2032.

„Wer solche Typen schützt, hat jedes Recht verwirkt, von sauberen Medien zu sprechen“, zitiert die OTS-Aussendung Hafenecker wörtlich.

FPÖ fordert anderen Ansatz

Abschließend formulierte Hafenecker laut OTS konkrete Gegenforderungen: Weg mit der ORF-Zwangssteuer, Stopp der Inseratenkorruption und eine Medienförderung, die als einziges Kriterium die Reichweite — nicht die politische Ausrichtung — heranzieht.

Credits: APA

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