Bella Coola, Kanada – Ein Schulausflug, der in einer Tragödie endete: In der kleinen Küstengemeinde Bella Coola in British Columbia hat ein Grizzlybär eine Gruppe von Grundschulkindern und Lehrern angegriffen. Zwei Menschen schweben in Lebensgefahr, zwei weitere wurden schwer verletzt. Der Vorfall ereignete sich am Donnerstagnachmittag auf einem Wanderweg nahe dem Highway 20, etwa 700 Kilometer nordwestlich von Vancouver.
Panik und Heldenmut: Lehrer stellt sich dem Bären
Wie die Mutter eines betroffenen Kindes, Veronica Schooner, der Nachrichtenagentur Canadian Press berichtete, war die Situation chaotisch und angsteinflößend. „Mein Sohn Alvarez war mit seiner vierten Klasse unterwegs, als der Bär plötzlich aus dem Wald stürmte. Er rannte um sein Leben“, schilderte sie. Ein Lehrer zeigte unglaublichen Mut und stellte sich dem Tier in den Weg, um die Kinder zu schützen. Dabei erlitt er schwerste Verletzungen.
Drei Kinder wurden ebenfalls schwer verletzt, eines davon schwebt in kritischem Zustand. Die Verletzten wurden notfallmedizinisch versorgt und mit Rettungshubschraubern in Kliniken geflogen. Aufgrund schlechter Wetterbedingungen gestaltete sich die Rettung zunächst schwierig. „Die Verletzungen sind sehr ernst“, erklärte Polizeisprecherin Madonna Saunderson.
Angst in der Gemeinde: Polizei warnt vor weiterem Angriff
Die Nuxalk Nation, die indigene Gemeinschaft von Bella Coola, warnte die Bevölkerung vor dem „aggressiven Bären“, der weiterhin frei umherstreift. Polizei und Wildhüter durchkämmten die Gegend, während bewaffnete Einsatzkräfte Straßen absperrten. „Bleibt im Haus, meidet den Highway“, lautete die offizielle Mitteilung. Einige Dorfbewohner stellten sich als Wachen an die Zufahrten, um Kinder und Familien zu schützen.
Jayme Kennedy, Vorsitzende des Regionalbezirks Central Coast, zeigte sich tief betroffen: „Wir alle versuchen zu begreifen, was passiert ist, und zusammenzuhalten.“ Die betroffene Acwsalcta School, die von der Nuxalk First Nation geführt wird, bleibt vorerst geschlossen. Auf Facebook schrieb die Schule: „Es ist schwer, Worte zu finden. Wir trauern mit den Betroffenen.“
Ein Ort in Schockstarre
Die sonst so ruhige Gemeinde mit rund 2000 Einwohnern ist von Angst und Stille erfüllt. Während die Suche nach dem Tier weitergeht, bleibt die Frage, wie es zu diesem schrecklichen Vorfall kommen konnte.
Quellen: Bild.de, Canadian Press, Acwsalcta School/Facebook
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