Die Grazer FPÖ hat ihren Wahlkampfauftakt für die Gemeinderatswahl am 28. Juni bewusst ohne akkreditierte Medien abgehalten. Wie die Kleine Zeitung berichtet, war die Veranstaltung in der Grazer Seifenfabrik als interne Parteiveranstaltung konzipiert – Journalisten wurden nicht eingeladen, Bildmaterial lieferte ausschließlich die Partei selbst.
Auftakt mit Promidichte, aber ohne Pressebänke
Wie steiermark.ORF.at berichtet, versammelten sich Mittwochabend in der Grazer Seifenfabrik Landeshauptmann Mario Kunasek, FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz und Bürgermeisterkandidat René Apfelknab, um die Parteimitglieder auf einen intensiven Wahlkampf einzuschwören. Ein klassisches Pressepodium gab es nicht. Die Fotos, die danach kursierten, stammten ausnahmslos aus der parteiinternen Kommunikation der FPÖ Steiermark. Dass die Freiheitlichen Medien bei solchen Formaten gezielt außen vor lassen, ist kein Grazer Einzelfall – die Praxis zielt darauf ab, die Deutungshoheit über das eigene Auftreten zu behalten.
Kunasek und Apfelknab mit scharfer Stadtregierungskritik
Inhaltlich gab die FPÖ die Richtung klar vor. Kunasek betonte laut steiermark.ORF.at die Bedeutung der Wahl: „Es geht um unsere Heimat und die Zukunft von Graz“ – Veränderung sei für ihn nur mit einer starken FPÖ möglich. Spitzenkandidat Apfelknab griff die Stadtregierung unter KPÖ-Bürgermeisterin Elke Kahr frontal an. Wie 5min.at berichtet, sagte Apfelknab: „Die aktuelle Stadtregierung hat auf ganzer Linie versagt, in der Wirtschaftspolitik, in der Verkehrspolitik, in der Sozialpolitik und vor allem auch in der Sicherheitspolitik.“
Schnedlitz schlägt Bogen zur Bundespolitik
FPÖ-Generalsekretär Schnedlitz weitete die Kritik auf die Bundesebene aus. Wie 5min.at berichtet, erklärte er: „Die Menschen leiden unter Teuerung, Unsicherheit und Rekordbelastungen, während sich die Bundesregierung immer weiter von der Lebensrealität der eigenen Bevölkerung entfernt.“ Die Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS bekam ihr Fett weg – der Wahlkampfauftakt in Graz wurde damit auch zur Bühne für bundespolitische Botschaften.
Wahl am 28. Juni – FPÖ als Herausforderer mit Rucksack
Den Wahltermin hatte Bürgermeisterin Elke Kahr im Februar festgelegt, wie meinbezirk.at berichtet: Gewählt wird am 28. Juni 2026. Die FPÖ tritt dabei mit einem erheblichen Rucksack an – nach dem parteiinternen Finanzskandal der Ära Eustacchio hält die Partei derzeit nur noch einen einzigen Gemeinderatssitz. Laut steiermark.ORF.at will die FPÖ mit Unterstützung der Bundes- und Landespartei einen „freiheitlichen Neustart“ in der Stadt herbeiführen. Ob der Auftakt in der Seifenfabrik dafür die nötige Dynamik erzeugt hat, wird sich zeigen – medial kontrolliert war er jedenfalls.
Credits: APA
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