Es ist ein Anblick, der bei vielen für Kopfschütteln sorgt: Karl-Heinz Grasser, einst Österreichs schillernder Finanzminister, durfte am Samstagmorgen erneut die Justizanstalt Innsbruck verlassen. Während der Ex-Minister seine Freiheit auf Zeit genießt, wächst der Unmut unter den anderen Häftlingen. „Grasser bekommt einen Ausgang nach dem anderen“, ärgerte sich ein Mithäftling gegenüber „oe24“.
Freiheit auf Zeit – aber wie oft?
Pünktlich um 8 Uhr öffneten sich die Tore der Justizanstalt. Ein olivfarbener Audi mit Kitzbüheler Kennzeichen wartete bereits auf den prominenten Insassen. Grasser packte eine Tasche ins Auto und setzte sich auf den Beifahrersitz – währenddessen brodelte es hinter den Gefängnismauern.
Dies war nicht Grassers erster Ausgang. Bereits Ende Juli wurde er bei einem Luxusdinner am Wörthersee mit seiner Frau Fiona gesichtet – ein Auftritt, der für Empörung sorgte. Und auch im Juni durfte der Ex-Minister die Justizanstalt verlassen. Insgesamt soll Grasser bereits mindestens drei Ausgänge gewährt bekommen haben.
Promi-Bonus oder Musterhäftling?
Andere Häftlinge sehen Grassers häufige Ausgänge kritisch. „Wir müssen oft Monate warten, bevor wir überhaupt einen Antrag stellen können“, erklärte ein Mithäftling gegenüber „oe24“. Auch die Mutter eines anderen Insassen meldete sich zu Wort und sprach von einem „Promi-Bonus“. Während normale Häftlinge eine dreimonatige Beobachtungsfrist einhalten müssen, scheint Grasser von den Regeln abzuweichen.
Das Justizministerium betont jedoch, dass Ausgänge rechtlich jedem Häftling zustehen – vorausgesetzt, er zeigt „besonders positives Vollzugsverhalten“. In Einzelfällen könnten sogar ein bis zwei Ausgänge pro Monat gewährt werden. Doch bei Grasser bleibt ein bitterer Beigeschmack: Wird hier mit zweierlei Maß gemessen?
Strenge Auflagen nach Luxusdinner
Nach seinem letzten Ausgang, bei dem er in der Öffentlichkeit gesichtet wurde, gelten für Grasser nun strengere Auflagen. Laut „oe24“ darf er sich nicht mehr in der Öffentlichkeit zeigen. Dennoch sorgt die Häufigkeit seiner Ausgänge weiterhin für Diskussionen.
Quelle: oe24
Credits: APA
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