Gold war monatelang der große Gewinner der Krise. Jetzt dreht der Markt – und die Gründe dafür hängen eng zusammen.
Preis auf tiefstem Stand seit dem 13. April
Wie oe24.at berichtet, fiel der Goldpreis am Montag um mehr als ein Prozent auf 4.762,09 Dollar je Feinunze – den niedrigsten Wert seit dem 13. April. Damit setzt sich eine Bewegung fort, die Marktbeobachter schon seit einigen Tagen beschäftigt: Gold reagiert hochsensibel auf jeden Fortschritt oder Rückschlag im Iran-Konflikt.
Stärkerer Dollar macht Gold teurer – und unattraktiver
Wie CNBC berichtet, drückt ein festerer US-Dollar direkt auf den Goldpreis: Da das Edelmetall in Dollar notiert, wird es für Käufer außerhalb des Dollar-Raums automatisch teurer, sobald der Greenback anzieht. Hinzu kommt laut oe24.at die Beschlagnahmung eines iranischen Frachtschiffs durch die US-Marine über das Wochenende, woraufhin Teheran mit Vergeltung drohte und eine neue Verhandlungsrunde in Islamabad absagte. Die Ölpreise sprangen daraufhin über 100 Dollar pro Barrel.
Fed-Gouverneur Waller: Inflation droht anzusteigen
Wie oe24.at unter Berufung auf die Erklärungen von US-Notenbankgouverneur Christopher Waller berichtet, werde der Konflikt die kurzfristige Inflation wahrscheinlich anfachen. Ein schnelles Ende des Konflikts würde jedoch Zinssenkungen noch im Jahresverlauf ermöglichen. Laut finanzmarktwelt.de preisen die Märkte derzeit nur noch eine rund 21-prozentige Chance auf eine US-Zinssenkung bis Jahresende ein – vor einem Monat waren es noch 40 Prozent. Höhere Zinsen machen Gold unattraktiver, weil das Edelmetall keine Zinsen abwirft.
Verhaltene Nachfrage aus Indien als weiterer Belastungsfaktor
Wie oe24.at berichtet, drückt auch eine schwache indische Nachfrage auf den Preis: Während eines für den Golderwerb traditionell wichtigen Festivals halten sich Kunden wegen der Rekordpreise zurück. Gegen den Trend stiegen laut oe24.at die Bestände des weltgrößten goldgedeckten Fonds SPDR Gold Trust leicht an. Auch Silber, Platin und Palladium gaben nach.
Kein freier Fall – aber die Unsicherheit bleibt
Wie die Goldreporter-Analyse zeigt, notiert Gold seit Beginn des Iran-Konflikts Ende Februar rund neun Prozent unter seinem Vorkonfliktniveau. Der Markt pendelt aktuell zwischen Deeskalationshoffnungen und der Angst vor einer Wiederaufnahme des offenen Krieges. Phillip Streible von Blue Line Futures bringt es laut CNBC auf den Punkt: „Es ist ein komplett schlagzeilengetriebener Markt.“
Credits: APA
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