Glücksspielreform in Österreich: Mehrere Online-Lizenzen geplant

Glücksspielreform in Österreich: Mehrere Online-Lizenzen geplant

Die österreichische Regierung plant eine umfassende Reform des Glücksspielgesetzes, die das bisherige Monopol der Österreichischen Lotterien aufbrechen könnte. Künftig sollen mehrere Lizenzen für Online-Glücksspiel vergeben werden, wie aus Verhandlungskreisen bekannt wurde. Ziel ist es, den Markt zu öffnen und gleichzeitig den Spielerschutz zu stärken.

Ein Ende des Monopols?

Derzeit besitzt ausschließlich die Plattform „win2day“ der Österreichischen Lotterien die Konzession für Online-Glücksspiele. Mit der geplanten Reform könnte sich dies ändern. Laut der Kleinen Zeitung und oe24 sollen mehrere Anbieter zugelassen werden, um die sogenannte Kanalisierungsrate zu erhöhen. Diese beschreibt den Anteil der Spieler, die auf regulierten Plattformen spielen. Während die Lotterien ihre Kanalisierungsrate mit 65 Prozent angeben, schätzt der Branchenverband OVWG diese auf lediglich 35 Prozent. Zum Vergleich: In Dänemark stieg die Rate nach einer Marktöffnung auf beeindruckende 90 Prozent.

Spielerschutz im Fokus

Ein zentrales Ziel der Reform ist der Schutz der Spieler. Durch Maßnahmen wie IP- und Payment-Blocking sollen illegale Anbieter aus dem Ausland, etwa aus der Karibik oder Russland, blockiert werden. Gleichzeitig sollen strengere Regulierungen und einheitliche Standards für lizenzierte Anbieter eingeführt werden. Wie die Plattform AET Online berichtet, orientiert sich Österreich dabei am deutschen Modell, das seit 2021 erfolgreich umgesetzt wird. Dieses sieht unter anderem Einzahlungslimits und eine zentrale Sperrdatei vor.

Herausforderungen und offene Fragen

Die Reform bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. So ist unklar, wie viele Lizenzen tatsächlich vergeben werden und welche Kriterien dafür gelten. Für Lotterien soll es weiterhin nur eine Konzession geben, da sich mehrere Anbieter in diesem Bereich wirtschaftlich nicht rechnen würden. Auch die technische Umsetzung, etwa die Einrichtung eines zentralen Sperrsystems, könnte zeitaufwendig sein.

Ein weiterer Knackpunkt ist die Frage der Lizenzgebühren. Während Deutschland hohe Abgaben von den Anbietern verlangt, muss Österreich eine Balance finden, um den Markt attraktiv zu gestalten und gleichzeitig ausreichende Einnahmen zu generieren.

Verzögerungen im Zeitplan

Ursprünglich sollte das neue Glücksspielgesetz bis Ende März 2026 vorliegen, um noch vor der Sommerpause des Parlaments beschlossen zu werden. Doch dieser Zeitplan ist nicht mehr einzuhalten. Der Gesetzesentwurf muss zunächst nach Brüssel geschickt werden, wo eine dreimonatige Stillhaltefrist gilt. Dennoch zeigt sich die Regierung optimistisch, dass die Reform bis 2027 vollständig umgesetzt werden kann.

Quellen: oe24, Kleine Zeitung, AET Online, Salzburger Nachrichten

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