Der gestürzte syrische Diktator Baschar al-Assad (60) soll in seinem russischen Exil Opfer eines Giftanschlags geworden sein. Verschiedene Medien berichten von einer plötzlichen Erkrankung und einer Einlieferung in ein Krankenhaus. Offizielle Bestätigungen stehen noch aus, doch die Gerüchteküche brodelt.
Was ist passiert?
Wie oe24.at meldet, wurde Assad in einem kritischen Zustand in eine Klinik am Rande von Moskau gebracht. Er soll das Krankenhaus inzwischen aber wieder verlassen haben. Die Information stammt laut dem Bericht von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die sich auf eine private Quelle beruft. Demnach durfte nur sein Bruder Maher Assad den gestürzten Machthaber besuchen.
Auch die britische Boulevardzeitung „The Sun“ berichtet von einem mutmaßlichen Attentat. Assad lebe seit seiner Flucht aus Syrien im Dezember des Vorjahres unter dem Schutz von Kreml-Chef Wladimir Putin in Moskau. Der Anschlag, so zitiert das Blatt die Beobachtungsstelle, könnte ein Versuch sein, „die russische Regierung in Verlegenheit zu bringen“. Assads Zustand sei mittlerweile wieder „stabil“.
Zweifel an den Gerüchten
Während die Nachricht von der Vergiftung weltweit für Schlagzeilen sorgt, mahnen andere zur Vorsicht. Das US-Magazin „The Dispatch“ hat die Herkunft der Gerüchte zurückverfolgt und kommt zu einem skeptischen Ergebnis. Die ursprüngliche Quelle sei demnach ein anonymer russischer Telegram-Kanal namens „General SVR“, der in der Vergangenheit bereits durch unbelegte und fragwürdige Behauptungen aufgefallen sei, etwa über angebliche Herzinfarkte von Putin. „The Dispatch“ betont, dass keine großen Medienhäuser die Behauptungen unabhängig überprüfen konnten.
Ein Tyrann im goldenen Käfig
Seit seinem Sturz vor rund zehn Monaten ist Baschar al-Assad von der Bildfläche verschwunden. Putin gewährte ihm und seiner Familie politisches Asyl. Seither, so oe24.at, wurde er nicht mehr öffentlich gesehen und steht vermutlich unter strenger Bewachung des russischen Geheimdienstes. Die neue Regierung in Damaskus fordert seine Auslieferung – bisher vergeblich.
Auch die Zeitung „Jordan Daily“ berichtet unter Berufung auf die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, dass Assad nach einer Behandlung wegen des Vergiftungsverdachts wieder aus dem Krankenhaus entlassen wurde.
Ob es sich bei den Gerüchten um einen tatsächlichen Mordversuch handelt, um russische Desinformation oder schlicht um eine Falschmeldung, bleibt unklar. Fest steht: Das Schicksal des einst so mächtigen Diktators sorgt auch im Exil weiterhin für Spekulationen und Spannung.
Credits: Wikipedia/http://www.kremlin.ru/events/president/news/66678/photos
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