Das Straflandesgericht Wien beschäftigt sich derzeit mit einem spektakulären Fall von Täuschung und Raffgier. Ein ehemaliger Anwalt und seine Ehefrau stehen im Verdacht, einen brutalen Raubüberfall vorgetäuscht zu haben, um 75.000 Euro zu stehlen. Die Ehefrau soll sogar zwei unschuldigen Mandanten die Tat angehängt haben, um das Geld für sich zu behalten.
Pleite und verzweifelt
Das Paar steckte vor der Tat in massiven finanziellen Schwierigkeiten. Im Dezember 2025 wurde über den Anwalt ein Konkursverfahren eröffnet. Um die Geldsorgen zu lösen, sollen die beiden 75.000 Euro, die ein Mandant übergeben hatte, heimlich beiseitegeschafft haben. Laut Staatsanwalt wurde das unterschlagene Geld genutzt, um große Budgetlöcher zu stopfen. Während der Ehemann die Vorwürfe der Veruntreuung entschieden abstreitet, hat seine Frau bereits vor Gericht ein Geständnis abgelegt.
Kratzer, Scheren und Unschuldige
Die russische Ehefrau, die als Kanzleileiterin agierte, schreckte nicht davor zurück, alles zu inszenieren. In Panik rief sie die Polizei, präsentierte frische Kratzer an den Armen und ein zerfetztes Oberteil. Ihren Angaben zufolge hätten zwei Mandanten sie mit Messer und Schere bedroht und gezwungen, den Safe zu öffnen.
Kurz darauf nahm die Polizei zwei verdutzte Männer im Stiegenhaus fest – Bargeld hatten sie natürlich keines bei sich. Wie oe24.at berichtet, gab die Ehefrau vor Gericht zu, dass der Tresor schon vor der Aktion leer gewesen sei. Sie entschuldigte sich bei den zu Unrecht Beschuldigten, das Geld aber bleibt bis heute verschwunden.
Die Schwächsten im Visier
Das Drama beschränkt sich nicht nur auf die Kanzlei. Auch ein bettlägeriger Bekannter wurde laut Gericht Opfer der Angeklagten. Die Frau soll ihm Bargeld, einen Laptop, eine Uhr und Medikamente im Gesamtwert von fast 9.300 Euro gestohlen haben. Besonders perfide: Sie nahm der Mutter des Opfers, die auf einen Rollator angewiesen ist, diesen weg, damit sie nicht aufstehen konnte.
Die Suche nach dem verschwundenen Geld geht weiter.
Quelle: oe24.at
Credits: APA
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