Millionen-Schock für das Signa-Imperium: Arabischer Fonds Mubadala erstreitet 700 Millionen Euro

Millionen-Schock für das Signa-Imperium: Arabischer Fonds Mubadala erstreitet 700 Millionen Euro

Der Absturz der Signa Holding erreicht die nächste Eskalationsstufe. Der Staatsfonds Mubadala aus Abu Dhabi hat im Rechtsstreit mit dem Immobilienkonzern von René Benko einen massiven juristischen Sieg errungen. Ein internationales Schiedsgericht der ICC in Genf sprach den arabischen Investoren mehr als 700 Millionen Euro zu.

Schiedsgericht entscheidet zugunsten der Wüsten-Investoren

Der Insolvenzverwalter der Signa Holding, Christof Stapf, wird dieses Urteil nicht anfechten. Nach einer eingehenden Prüfung verwies er auf das hohe Kostenrisiko und die schiedsfreundliche Praxis der Schweizer Gerichte. Dennoch sieht Stapf die tatsächliche Vollstreckung der gigantischen Summe in Österreich kritisch, da er dem Schiedsgericht eine fehlerhafte Auseinandersetzung mit dem heimischen Insolvenzrecht vorwirft. Der eigentliche Streitwert in diesem Fall lag ursprünglich sogar bei rund 900 Millionen Euro, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet.

Die Rolle von Kurz, Benko und der Laura Privatstiftung

Die lukrativen Verbindungen in die Wüste nahmen im Jahr 2018 ihren Anfang. Damals reiste René Benko gemeinsam mit einer Delegation unter der Leitung des damaligen Bundeskanzlers Sebastian Kurz nach Abu Dhabi. Diese Reise brachte der Signa-Gruppe enorme Investments ein. Da die wesentlichen Gesellschaften des Signa-Konstrukts heute insolvent sind, rückt nun das private Vermögen in den Fokus.

Laut Reuters merkte Karl-Heinz Goetze vom Gläubigerschutzverband KSV 1870 an, dass die Laura Privatstiftung der Familie Benko die wohl einzige verbliebene Einheit mit nennenswerten Vermögenswerten sei. Die Krone ergänzt brisante Details aus dem Schiedsspruch: Die Laura Privatstiftung wurde zur Zahlung von rund 680 Millionen Euro plus Zinsen verurteilt. Ein kleiner Lichtblick für den Gründer bleibt jedoch: Norbert Wess, der Anwalt von René Benko, teilte Reuters mit, dass die Schiedsklage gegen Benko persönlich abgewiesen wurde.

Milliardenschulden und prominente Berater im Visier

Der gesamte Signa-Komplex gleicht einem bodenlosen finanziellen Abgrund. Die Signa Holding sieht sich mittlerweile mit Gesamtforderungen in Höhe von unglaublichen 8,6 Milliarden Euro konfrontiert. Insolvenzverwalter Stapf hat davon bisher jedoch nur einen Bruchteil – rund 80 Millionen Euro – anerkannt. Viele Ansprüche wurden zu spät oder ohne ausreichende Belege eingereicht.

Zusätzlich kämpft Stapf an vielen weiteren Fronten um jeden Euro für die Insolvenzmasse. Laut oe24 fordert er Millionenbeträge von prominenten Beratern zurück. So will der Masseverwalter rund fünf Millionen Euro von der Firma des ehemaligen Bundeskanzlers Alfred Gusenbauer zurückholen. Auch der frühere Bank-Austria-Generaldirektor Karl Samstag soll Zahlungen in Höhe von 396.000 Euro zurückerstatten.

Quellen: oe24, Reuters, Krone, Yahoo Finance
Credits: APA

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