Gewessler rechnet ab: „War jeden Euro wert“ – und Kickl-Kanzler wäre „schlecht“

Gewessler rechnet ab: „War jeden Euro wert“ – und Kickl-Kanzler wäre „schlecht“

Ein Jahr nach dem Ende der Regierungszeit zeigt Grünen-Chefin Leonore Gewessler, dass sie nichts von ihrer Schärfe verloren hat. Im Interview mit der Presse lässt sie an Regierung, FPÖ und Nationalratspräsident Rosenkranz kein gutes Haar.

Klimamilliarden ohne Reue

Die milliardenschweren Klimainvestitionen aus ihrer Zeit als Ministerin? Bereut sie keine einzige. Wie heute.at unter Berufung auf das Presse-Interview berichtete, antwortete Gewessler auf die Frage, ob sich die Ausgaben ausgezahlt hätten, knapp und unmissverständlich: „Sicher, das war jeden Euro wert.“ Besonders stolz sei sie auf den Heizungstausch in Tausenden Haushalten. Ihre Begründung: „In jedem einzelnen Haushalt, in dem in den letzten Jahren die Heizung getauscht wurde, leben Menschen, die jetzt besser schlafen. Die sind nämlich nicht mehr davon abhängig, ob uns irgendein Mullah das Gas oder das Erdöl abdreht.“

Regierung auf dem „Holzweg“

Mit der aktuellen Dreierkoalition geht Gewessler hart ins Gericht. Wie heute.at berichtete, kann sie „die Ausreden der Regierung nicht mehr hören, dass es dafür kein Geld gibt, wenn sie gleichzeitig Milliarden in Autobahnprojekte buttert und für ein Klassenfoto zur Eröffnung eines neuen Gasfelds geht.“ Wie news.at unter Berufung auf das APA-Interview berichtete, formulierte sie es noch pointierter: Was die Regierung tue, „werden unsere Kinder, unsere Enkelkinder doppelt und dreifach bezahlen.“ Beim Bodenschutz sieht Gewessler Österreich auf dem Weg vom „Land der Äcker“ zum „Land der Parkplätze und der Betonwüste.“

Beim Erneuerbaren-Ausbau zeigen sich die Grünen laut heute.at grundsätzlich gesprächsbereit – allerdings unter Bedingungen: Die Zustimmung hänge davon ab, ob die Regierung daraus „ein Bremsgesetz machen will – oder wirklich versteht, dass wir jetzt mehr Wind- und Sonnenkraft brauchen.“

SPÖ und ÖVP bekommt es ebenfalls ab

Gewessler spart auch die eigentlichen Koalitionsparteien nicht aus. Wie heute.at berichtete, wirft sie ÖVP und SPÖ vor, der FPÖ politisch zu wenig entgegenzusetzen. Die Budgetkürzungen, die Stocker und Kickl ausgemacht hätten, setze die Sozialdemokratie jetzt um – „ein SPÖ-Finanzminister richtet mir aus, dass ihm lieber ist, dass die Mindestpensionisten einen Beitrag zahlen – und die Superreichen bleiben wieder außen vor.“

Kickl als Kanzler? „Schlecht.“

Auf die Frage, wie sie sich einen Kanzler Kickl vorstelle, antwortete Gewessler laut heute.at mit einem einzigen Wort: „Schlecht.“ Sie legte sofort nach: „Ich werde alles tun, was ich beitragen kann, damit das nicht Realität wird.“ Ihr Ziel: „Ich will dieses Land nicht kampflos Herbert Kickl überlassen.“ Ob sie selbst einmal in die Hofburg strebe, verneinte sie kategorisch: „Mich? Nein! Das kann ich ausschließen.“

Rosenkranz soll zurücktreten

Auch Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ) bekommt von Gewessler deutliche Kritik. Wie heute.at berichtete, bezeichnete sie den Begriff „Remigration“ als „offen rechtsextrem“: „Hinter dem Wort steckt die rechtsextreme Idee, Menschen aus unserem Land zu deportieren. Das ist nicht harmlos.“ Rosenkranz habe in seiner Vorsitzführung „auf so vielen Ebenen nicht der Würde des Hauses entsprechend gehandelt“ – und solle zurücktreten.

Credits: APA

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