Georg Dornauer, einst Hoffnungsträger der Tiroler SPÖ, hat seinen endgültigen Bruch mit der Partei besiegelt. Nach der Bestätigung seines Ausschlusses durch das Schiedsgericht der Tiroler SPÖ verzichtet der 43-Jährige auf eine Berufung. Damit endet eine turbulente Ära, die von internen Konflikten und scharfer Kritik geprägt war.
„Weg in die linke Bedeutungslosigkeit“
Bei einer Pressekonferenz in Innsbruck ließ Dornauer kein gutes Haar an seiner ehemaligen Partei. Die SPÖ sei durch eine „zunehmend linke personelle Besetzung“ auf dem „Weg in die linke Bedeutungslosigkeit“, erklärte er. Eine Zusammenarbeit mit der Partei sei für ihn weder auf Landes- noch auf Bundesebene möglich. „Eine vernünftige Politik für vernünftige Menschen ist damit nicht mehr möglich“, so Dornauer weiter.
Kritik an Parteiführung und „Farce“-Ausschluss
Dornauer, der bereits im Oktober 2025 wegen eines umstrittenen Landtagsantrags ausgeschlossen wurde, sieht sich als Opfer parteipolitischer Intrigen. Sein Antrag, 170 Millionen Euro an Übergewinnen des Landesenergieversorgers TIWAG an die Bevölkerung zurückzugeben, sei ein „ursozialdemokratisches Anliegen“ gewesen. Die Landespartei sah darin jedoch einen Koalitionsbruch und warf Dornauer unkollegiales Verhalten vor. „Die Marke SPÖ lebt zwar noch vom Mythos jener großen Sozialdemokraten, lebt diese Werte aber nicht mehr“, wetterte Dornauer.
Jagdausflug und andere Kontroversen
Auch ein Jagdausflug mit dem Immobilienunternehmer René Benko sorgte für Schlagzeilen. Dornauer räumte ein, Benko privat getroffen zu haben, bezeichnete dies jedoch als Fehler. „Ich habe weder für ihn interveniert noch ihn beraten“, betonte er.
Zukunftspläne: Freier Abgeordneter mit Ambitionen
Für die Zukunft plant Dornauer, als freier Abgeordneter im Tiroler Landtag eine „kritische Oppositionspolitik“ zu betreiben. Ob er bei der Landtagswahl 2027 mit einer eigenen Liste antritt, ließ er offen. „Ich will mich lautstark einbringen und zeigen, wie eine vernünftige Politik möglich ist“, erklärte er.
SPÖ verteidigt Ausschluss
Die Tiroler SPÖ sieht sich durch das Urteil des Schiedsgerichts bestätigt. „Regeln gelten für alle – auch für Georg Dornauer“, erklärte Landesgeschäftsführerin Eva Steibl-Egenbauer. Dornauer habe sich über Jahre hinweg von den Grundsätzen der Partei entfernt und bewusst gegen interne Regeln verstoßen.
Quellen: oe24.at, Die Presse, Krone, ORF Tirol
Credits: APA
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