Es ist offiziell: Österreichs Pensionisten sollen in den Jahren 2027 und 2028 einen Beitrag zur Budgetkonsolidierung leisten. Die Bundesregierung hat sich auf ein gestaffeltes Pensionsanpassungsmodell geeinigt – mit einer Sonderregelung für kleine Pensionen. Der Seniorenrat zeigt sich dennoch unzufrieden.
Das Modell: Staffelung statt Pauschale
Wie meinbezirk.at berichtet, hat die Regierung ein differenziertes Modell beschlossen. Mindestpensionen sollen ab 2027 um 3,3 Prozent steigen – entsprechend der aktuellen Inflationsrate. Pensionen bis zur Höchstbeitragsgrundlage von derzeit 6.930 Euro monatlich sollen mit 2,95 Prozent angepasst werden. Pensionen oberhalb dieser Grenze erhalten laut meinbezirk.at einen monatlichen Fixbetrag von 204,44 Euro. Damit liegt die Erhöhung für die meisten Bezieher rund einen Viertelprozentpunkt unter der Inflationsrate – genau das, was Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) bereits bei der Präsentation der Doppelbudget-Eckpunkte Ende April angekündigt hatte, wie das Bundeskanzleramt in einer Presseaussendung festhielt.
280 Millionen Euro Einsparung pro Jahr
Die Pensionsanpassung unter der Inflation soll laut Bundeskanzleramt 2027 rund 280 Millionen und 2028 rund 270 Millionen Euro einsparen – zusammen rund 550 Millionen Euro über beide Budgetjahre. Wie ORF.at berichtet, hatte die Regierung die Pensionistenvertreter bereits Ende April informiert – noch bevor die Detailverhandlungen begonnen hatten. Zum Vergleich: Die ebenfalls unter der Inflation liegende Pensionsanpassung für das Jahr 2026 hatte rund 350 Millionen Euro gebracht, wie 5min.at festhält.
Seniorenrat: „Zufrieden sind wir nicht“
Trotz der Sonderregelung für Mindestpensionen reagieren die Seniorenvertreter verhalten. Wie meinbezirk.at berichtet, begrüßten Seniorenrats-Präsidentinnen Ingrid Korosec (ÖVP) und Birgit Gerstorfer (SPÖ) zwar, dass kleine Pensionen vollständig an die Inflation angepasst werden. Gleichzeitig bemängelten sie, dass die gesetzlich vorgesehene volle Inflationsabgeltung für den Großteil der Pensionisten erneut ausbleibt: „Zufrieden sind wir mit dieser Entscheidung nicht“, sagte Korosec.
FPÖ: „Budget auf Kosten der Alten“
Erwartungsgemäß scharf fiel die Reaktion der FPÖ aus. Wie exxpress.at berichtet, spricht die Partei davon, dass Pensionisten das Budget „mit ihrer Rente“ bezahlen müssten. Bereits im Vorfeld hatte der Österreichische Seniorenrat in einer gemeinsamen Erklärung eindringlich davor gewarnt, das Budget „auf Kosten der Pensionistinnen und Pensionisten zu sanieren“, wie vol.at berichtet.
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