Geldtransporter nach Kiew: Meinl-Reisinger will davon nichts gewusst haben

Geldtransporter nach Kiew: Meinl-Reisinger will davon nichts gewusst haben

Zwei gepanzerte Geldtransporter mit Millionen Euro und Gold auf dem Weg von Österreich in die Ukraine, gestoppt von der ungarischen Antiterroreinheit – und das österreichische Außenministerium will von alldem nichts gewusst haben. Eine parlamentarische Anfragebeantwortung liefert dazu knappe Antworten, die neue Fragen aufwerfen.

Was passierte: Antiterroreinheit stoppt Geldtransport

Am 5. März 2026 stoppte die ungarische Antiterroreinheit TEK zwei gepanzerte Geldtransporter auf einer Raststätte bei Budapest. Wie euronews.de berichtet, hatten die Fahrzeuge der ukrainischen Staatsbank Oschadbank rund 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro in bar sowie neun Kilogramm Gold an Bord – allesamt auf dem Weg von Wien nach Kiew. Ungarn begründete die Beschlagnahme mit dem Verdacht auf Geldwäsche. Sieben ukrainische Begleiter wurden vorübergehend festgenommen, einer davon laut oe24.at ein ehemaliger Geheimdienstoffizier. Die Oschadbank bestand darauf, es handle sich um eine Routineüberweisung über die österreichische Raiffeisen Bank International.

Anfragebeantwortung: Ein Wort – „Nein“

FPÖ-Abgeordneter Christian Hafenecker stellte im Nationalrat eine umfangreiche parlamentarische Anfrage zu dem Vorfall. Die Antwort von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) ist laut exxpress.at auf einen Nenner zu bringen: Das Ressort habe keinerlei Vorwissen gehabt. Wörtlich heiße es auf die entsprechende Frage: „Nein.“ Weder das Außenministerium noch österreichische Botschaften seien vorab über die Transporte informiert worden. Laut Anfragebeantwortung beschränkte sich der österreichische Kontakt mit Ungarn auf ein einziges Telefonat der Botschaft in Budapest am 6. März mit dem ungarischen Außenministerium – weitere Informationen habe Budapest nicht geliefert.

„Rein privatrechtliche Angelegenheit“ – und damit erledigt

Die Begründung des Außenministeriums, warum es sich nicht zuständig sieht, ist ebenso knapp wie politisch brisant: Laut exxpress.at verweist das BMEIA darauf, dass es sich nach vorliegenden Informationen um „eine reguläre und rein privatrechtliche Angelegenheit“ handle – und das falle eben nicht in die Zuständigkeit des Außenministeriums. Dabei hatte die FPÖ laut exxpress.at unter anderem konkret gefragt: Waren österreichische Steuergelder betroffen? Welche Banken oder Institutionen waren beteiligt? Warum wurde Bargeld in dieser Höhe überhaupt physisch durch Ungarn transportiert? Gibt es einen Zusammenhang mit EU- oder Ukraine-Hilfen?

Hintergrund: Ein Ausmaß, das aufhorchen lässt

Dass die Bargeldtransporte von Österreich in die Ukraine politisch heikel sind, zeigt der Gesamtkontext. Wie die Kronen Zeitung unter Berufung auf die Anfragebeantwortung des Finanzministeriums berichtet, wurden seit Kriegsbeginn 2022 insgesamt 1.011 Bargeldtransporte sowie 19 Goldtransporte mit einem Gesamtwert von rund 20 Milliarden Euro aus Österreich in die Ukraine abgewickelt – alle an die Oschadbank adressiert. Das Finanzministerium stuft die Vorgänge ebenfalls als reguläre Bankdienstleistung ein. EZB-Präsidentin Christine Lagarde mahnte laut oe24.at via Financial Times, die Beschlagnahme gefährde das Standing des Euro als internationale Währung.

Credits: APA

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