Eine Debatte über Transfrauen im Sport, ein FPÖ-Zwischenruf — und dann verliert ein SPÖ-Abgeordneter die Fassung. Der Vorfall am Mittwoch im Nationalrat ist in seiner Deutlichkeit kaum zu überbieten.
Was passierte
Während einer Nationalratsdebatte zum Thema „Schutz des Frauensports“ rief SPÖ-Diversitätssprecher Mario Lindner laut exxpress.at in Richtung des FPÖ-Abgeordneten Markus Leinfellner: „Geh einmal scheißen, du Trottel.“ Der Zwischenruf fiel mitten in die laufende Debatte — Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ) forderte Lindner daraufhin auf, die Beschimpfung zurückzunehmen.
Der Kontext
Die Debatte drehte sich um einen FPÖ-Antrag für Regelungen, die Transfrauen von Frauenwettkämpfen ausschließen würden — ein Thema, das international wie national hochpolitisch aufgeladen ist. Lindner ist als SPÖ-Diversitätssprecher der dezidierte Gegenpart zur FPÖ-Position in dieser Frage. Dass er ausgerechnet in dieser Debatte die parlamentarische Contenance verlor, ist politisch doppelt brisant: Die SPÖ wirbt für sich als sachliche, progressive Kraft — ein solcher Ausraster liefert der FPÖ eine Steilvorlage.
EINORDNUNG
Zwischenrufe und hitzige Debatten gehören zum parlamentarischen Alltag — in Österreich mehr als anderswo. Aber „Geh einmal scheißen, du Trottel“ überschreitet selbst für österreichische Verhältnisse eine Grenze. Dass ausgerechnet Lindner — als Diversitätssprecher Aushängeschild einer weltoffenen, respektvollen Politik — mit dieser Formulierung in die Öffentlichkeit gerät, ist eine Peinlichkeit für die Partei. Ob er die Aussage auf Aufforderung des Nationalratspräsidenten tatsächlich zurückgenommen hat, geht aus den vorliegenden Berichten nicht hervor.
Credits: Parlamentsdirektion/Johannes Zinner
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