Mit bunten Bildern von lebhaften Märkten und Cafés versucht die israelische Regierung, die Welt von einer vermeintlichen Normalität im Gazastreifen zu überzeugen. Doch hinter den schillernden Videos verbirgt sich eine düstere Realität, wie eine umfassende Recherche von ORF und europäischen Medien enthüllt.
„Es gibt Essen in Gaza“ – Wirklich?
In den sozialen Netzwerken kursieren Videos, die ein Bild von Gaza zeichnen, das mit der Realität kaum etwas zu tun hat. Szenen aus dem Café Estkana, in denen bunte Getränke mit Pistazien und Strohhalmen präsentiert werden, sollen suggerieren, dass es keine Versorgungsprobleme gibt. Das israelische Außenministerium behauptet:
„Es gibt Lebensmittel in Gaza. Jede andere Behauptung ist eine Lüge.“
Doch die Wahrheit sieht anders aus. Laut einem Bericht der Vereinten Nationen und Hilfsorganisationen herrscht in Teilen des Gazastreifens eine Hungersnot. Die Preise für Lebensmittel sind horrend, und viele Menschen können sich nur eine Mahlzeit am Tag leisten. Eine 23-jährige Frau berichtet: „Wir essen nur abends, und das reicht nicht für die ganze Familie.“
Luxus für die Wenigen
Die schillernden Bilder aus den Videos zeigen nur einen kleinen Ausschnitt der Realität. „Nur Reiche können sich das leisten“, erklärt eine Mitarbeiterin des Café Estkana. Die meisten Menschen in Gaza sind auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen, die oft nicht ausreichen. Zudem erschweren hohe Preise und logistische Hürden den Zugang zu Lebensmitteln.
Der Kampf um die Deutungshoheit
Die israelische Regierung investiert Millionen in ihre digitale Strategie. Allein 2024 wurden 105 Millionen Euro für Werbekampagnen ausgegeben, darunter 38 Millionen Euro für einen Deal mit Google. Die Videos werden gezielt in Ländern wie Österreich, Deutschland und Italien ausgespielt, wo die öffentliche Meinung noch nicht vollständig gegen Israel gekippt ist.
Die Realität hinter den Kulissen
Während die Videos eine heile Welt zeigen, berichten Menschen vor Ort von Plünderungen und Zerstörung. Hilfsgütertransporte werden abgefangen, und die Verteilung wird durch israelische Auflagen erschwert. „Die Routen der Lkws sind bekannt, was sie zu leichten Zielen für Plünderer macht“, so ein UN-Bericht.
Quelle: orf.at
Credits: APA
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