Gaza in der Krise: Hungersnot trifft Kinder am härtesten – Netanyahu bleibt unnachgiebig

Gaza in der Krise: Hungersnot trifft Kinder am härtesten – Netanyahu bleibt unnachgiebig

Die Lage im Gazastreifen ist dramatisch: Laut der renommierten IPC-Initiative sind 132.000 Kinder unter fünf Jahren akut vom Hungertod bedroht. Besonders erschreckend: 41.000 dieser Kinder gelten als besonders gefährdet – eine Verdopplung im Vergleich zu den Zahlen vom Mai. „An manchen Tagen kann ich nur ein kleines Brot und eine Tomate finden, um sie zwischen drei Kindern zu teilen“, schildert die 34-jährige Mariam al-Scheikh ihre verzweifelte Situation gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Nachts hört sie ihre Kinder vor Hunger weinen.

Netanyahu: „Hamas inszeniert Hungerkampagne“

Trotz der alarmierenden Berichte bleibt Israels Premierminister Benjamin Netanyahu standhaft. Er bezeichnet die Hungersnot als „inszenierte Kampagne“ der Hamas. „Der Bericht der IPC-Initiative basiert auf falschen Angaben und ignoriert unsere Bemühungen zur Stabilisierung der humanitären Lage“, so Netanyahu. Doch welche Daten Israel der IPC-Initiative vorgelegt haben will, bleibt unklar.

UN-Generalsekretär Guterres: „Vorsätzlicher Zusammenbruch“

UN-Generalsekretär António Guterres erhebt schwere Vorwürfe: Die Hungersnot sei das Ergebnis eines „vorsätzlichen Zusammenbruchs der Systeme, die für das menschliche Überleben notwendig sind“. Als Besatzungsmacht trage Israel klare Verantwortung, so Guterres. Israel weist diese Vorwürfe jedoch entschieden zurück und beschuldigt die UN, Hilfslieferungen nicht verteilt zu haben.

Internationale Empörung wächst

Die Bilder hungernder Kinder haben weltweit für Entsetzen gesorgt. Länder wie Frankreich, Kanada und Australien kündigten an, die Anerkennung eines palästinensischen Staates voranzutreiben. Deutschland reagierte mit einem Stopp von Waffenexporten an Israel. Doch Netanyahu bleibt unbeeindruckt: „Die Einzigen, die in Gaza absichtlich dem Hunger ausgesetzt werden, sind die israelischen Geiseln.“

Militärische Eskalation statt Waffenruhe?

Während die Welt auf eine Deeskalation hofft, genehmigte die israelische Regierung neue militärische Einsatzpläne für die Einnahme der Stadt Gaza. Verteidigungsminister Israel Katz kündigte intensive Angriffe an: „Die Tore der Hölle werden sich bald über die Mörder der Hamas öffnen.“ Gleichzeitig scheiterten Verhandlungen über eine Waffenruhe. Die Hamas hatte einem Vorschlag zugestimmt, der eine 60-tägige Feuerpause und den Austausch von Geiseln vorsah. Doch Netanyahu fordert die Freilassung aller Geiseln und ein Ende des Krieges zu Israels Bedingungen.

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x