Gaza: Ein humanitäres Drama ohne Ende?

Gaza: Ein humanitäres Drama ohne Ende?

Die UNO schlägt Alarm: Seit Mai 2025 wurden im Gazastreifen mindestens 1.760 hilfesuchende Menschen getötet. Die Schuldfrage sorgt für hitzige Debatten.

Im Gazastreifen herrscht Chaos und Verzweiflung. Laut Angaben des UNO-Menschenrechtsbüros für die palästinensischen Gebiete sind seit Ende Mai mindestens 1.760 Menschen ums Leben gekommen – viele von ihnen, während sie auf humanitäre Hilfe warteten. Besonders brisant: Die UNO macht die israelische Armee für die meisten dieser Tötungen verantwortlich. Wie die Tagesspiegel berichtet, wurden allein 994 Menschen in der Nähe von Verteilzentren der Gaza Humanitarian Foundation (GHF) getötet, einer von Israel finanzierten Organisation.

Hilfskonvois unter Beschuss

Die Lage spitzt sich weiter zu: 766 Menschen starben entlang der Routen von Hilfskonvois. Die UNO betont, dass es keine Hinweise darauf gibt, dass die Opfer an Kampfhandlungen beteiligt waren. „Jeder dieser Menschen kämpfte ums Überleben – für sich und seine Familie“, so das UNO-Menschenrechtsbüro. Die israelische Armee hingegen weist die Vorwürfe zurück und kündigte an, die Vorfälle zu untersuchen.

Ein Krieg ohne Ende?

Die israelische Regierung hat kürzlich eine Ausweitung der Militäroperationen beschlossen. Ziel: die vollständige Kontrolle über Gaza-Stadt und umliegende Flüchtlingslager. Laut UN News warnte der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk eindringlich vor den Folgen: „Ein vollständiger militärischer Übergriff wird zu noch mehr Vertreibung, Tod und Zerstörung führen.“ Die humanitäre Katastrophe scheint unausweichlich.

Hunger als Waffe?

Die UNO wirft Israel vor, Hunger gezielt als Kriegswaffe einzusetzen. Laut UNRWA-Chef Philippe Lazzarini stehen 6.000 Lastwagen mit Hilfsgütern bereit, doch die Blockaden verhindern ihre Einfahrt. „Airdrops sind keine Lösung – sie sind ineffizient und teuer“, betonte Lazzarini. Die Bevölkerung leidet indes weiter: Laut WHO sind allein im Juli 12.000 Kinder unter fünf Jahren an akuter Mangelernährung erkrankt.

Credits: APA

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