Die elektronische Fußfessel – ein Symbol für Freiheit und Kontrolle zugleich. Doch wie effektiv ist diese Maßnahme wirklich? Neue Zahlen werfen ein Schlaglicht auf die Schattenseiten des Systems.
Rückfälle trotz Überwachung
Wie eine parlamentarische Anfrage der FPÖ enthüllt, mussten 2025 insgesamt 126 Personen ihre Fußfessel ablegen. Der Grund? Mehr als 50 von ihnen begingen erneut Straftaten. Weitere 49 verstießen gegen die strengen Auflagen. Damit wird klar: Jeder zehnte Teilnehmer scheitert an den Regeln des elektronisch überwachten Hausarrests. Die Rückfallquote liegt bei rund 11 Prozent, wie auch der Verein Neustart bestätigt.
Sparen auf Kosten der Sicherheit?
Die Fußfessel ist nicht nur ein Instrument der Resozialisierung, sondern auch ein finanzieller Trumpf für den Staat. Während ein Tag im Gefängnis über 180 Euro kostet, schlägt der Hausarrest mit nur 42 Euro zu Buche. Das ergibt eine Ersparnis von bis zu 140 Euro pro Tag und Person. Doch Kritiker fragen: Ist diese Einsparung den Preis wert, wenn Rückfälle die Sicherheit gefährden?
Wer darf die Fußfessel tragen?
Nicht jeder Straftäter kommt für den Hausarrest infrage. Schwere Gewalt- und Sexualdelikte sowie terroristische Straftaten schließen eine Fußfessel aus. Voraussetzung sind eine geeignete Unterkunft, ein Arbeitsplatz und die Zustimmung aller Mitbewohner. Seit 2025 können auch Häftlinge mit bis zu 24 Monaten Reststrafe die Maßnahme beantragen – eine Verdopplung der bisherigen Grenze.
Ein System mit Lücken
Trotz der Vorteile gibt es Schwachstellen. Das Justizministerium kann nicht genau sagen, bei welchen Delikten die Fußfessel besonders häufig scheitert. Auch fehlen Daten zu den langfristigen Auswirkungen auf die Rückfallquote. Experten wie Alexander Grohs von Neustart fordern daher mehr Forschung und bessere Betreuung, um Rückfälle zu minimieren.
Quellen: exxpress.at, noe.ORF.at, parlament.gv.at, neustart.at, kinderzeitung.kleinezeitung.at
Credits: APA
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