„Friedliche Zeiten sind vorbei“: Offizierspräsident macht Druck für längeren Wehrdienst

„Friedliche Zeiten sind vorbei“: Offizierspräsident macht Druck für längeren Wehrdienst

Während SPÖ und NEOS bremsen, legen Wehrexperten nach. Erich Cibulka, Präsident der Österreichischen Offiziersgesellschaft, argumentiert in der ZiB2 klar für acht Monate Grundwehrdienst – und widerlegt dabei Einwand für Einwand.

Die Kernforderung: 8+2 ist nicht verhandelbar

Wie oe24 unter Berufung auf das ZiB2-Interview mit Moderator Martin Thür berichtete, sprach sich Cibulka unmissverständlich für das sogenannte „8+2-Modell“ aus: acht Monate Grundwehrdienst plus zwei Monate verpflichtende Milizübungen. Die Begründung ist geopolitischer Natur: „Die friedlichen Zeiten sind offensichtlich vorbei.“ Die Bilder aus der Ukraine und dem Nahen Osten zeigten, dass sich die internationale Sicherheitslage massiv verändert habe. Wer jetzt nicht handle, übernehme keine Verantwortung gegenüber der Bevölkerung.

Der Kalter-Krieg-Vergleich greift zu kurz

ZiB2-Moderator Thür konfrontierte Cibulka damit, dass Österreich auch während des Kalten Krieges mit einem kürzeren Grundwehrdienst ausgekommen sei. Wie oe24 berichtete, ließ Cibulka das nicht gelten: Die Ausbildungsbedingungen hätten sich grundlegend geändert. Früher hätten Grundwehrdiener mehr Dienststunden und mehr Zeit im Ausbildungsbetrieb verbracht – heute sei der Dienstbetrieb geordneter, aber auch zeitintensiver. „Es ist ein sehr viel geordneterer Dienstbetrieb“, so Cibulka.

SPÖ-Kompromissmodell 6+2: Aus militärischer Sicht nicht ausreichend

Wie oe24 berichtete, wies Cibulka auch das zuletzt von der SPÖ ins Spiel gebrachte „6+2-Modell“ zurück – also eine Beibehaltung der aktuellen sechs Monate plus zwei Monate Milizübung. Aus militärischer Sicht gehe es um den höchstmöglichen Ausbildungsstand. Wer militärische Bedrohungen für unwahrscheinlich halte, betrachte die Wehrpflicht als Belastung für junge Männer – dabei bringe eine umfassendere Ausbildung auch den Soldaten selbst einen Mehrwert: „Man muss auch ins Kalkül ziehen, dass diese jungen Menschen für diese Belastung auch ein Gegengewicht haben, nämlich einen höheren Ausbildungsstand.“

Systemerhalter: Mehr Kernausbildung statt Küchendienst

Auf die Frage, welchen Sinn Milizübungen für sogenannte Systemerhalter – also Soldaten in Küchen, Werkstätten oder im Transport – hätten, antwortete Cibulka laut oe24 mit einem strukturellen Argument: Ein längerer Grundwehrdienst würde dazu führen, dass weniger Soldaten für solche Hilfsaufgaben benötigt würden. „Dann sind weniger mit diesen belanglosen Tätigkeiten blockiert und viel mehr können dem eigentlichen militärischen Zweck ausgebildet werden.“

Die Kostenfrage – und Cibulkas Antwort

Wie oe24 berichtete, räumte Cibulka ein, dass die Reform erhebliche Kosten verursachen werde. Sein Gegenargument ist ein militärstrategisches: „Die Kosten eines nicht funktionierenden Militärs im Falle der Notwendigkeit, es zum Einsatz zu bringen, sind um ein Vielfaches höher.“

Credits: Von Pappenheim – own work by Pappenheim from de.wikipediahttp://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Leopard_2_bei_Parade_2005.jpg (german Wikipedia), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8574171

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