Neue Umfragezahlen, alte Geschichte: Die FPÖ liegt so hoch wie nie, die Regierung so tief wie selten. Und ein Kanzler, der mehr Zustimmung bekommt als all seine Koalitionspartner – aber trotzdem weit hinter dem Oppositionsführer zurückliegt.
38 Prozent: FPÖ auf Rekordniveau
Wie oe24 unter Berufung auf eine aktuelle Hochrechnung der Lazarsfeld Gesellschaft berichtete, würde die FPÖ bei einer Nationalratswahl am kommenden Sonntag 38 Prozent der Stimmen erhalten – ein neues Rekordniveau. Befragt wurden 2.000 Personen zwischen dem 18. und 26. Mai 2026, die maximale Schwankungsbreite beträgt 2,2 Prozent. Seit Jahresbeginn stabilisiert sich die FPÖ laut oe24 konstant über der 35-Prozent-Marke.
Koalition verliert rechnerisch ihre Mehrheit
Für die Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS sind die Zahlen alarmierend. Wie oe24 berichtete, rutscht die ÖVP auf 21 Prozent ab – ein Minus von fünf Punkten gegenüber der Nationalratswahl 2024. Die SPÖ stagniert bei 18 Prozent, die NEOS bei 8 Prozent. Zusammen kämen die drei Regierungsparteien damit auf lediglich 90 von 183 Mandaten – und würden ihre parlamentarische Mehrheit verlieren. Die Grünen verbessern sich leicht auf 10 Prozent und liegen damit wieder vor den NEOS, profitieren laut oe24 aber kaum merklich von ihrer Oppositionsrolle.
Kanzlerfrage: Kickl dominiert, Stocker legt leicht zu
In der fiktiven Kanzler-Direktwahl führt FPÖ-Chef Herbert Kickl laut oe24 trotz eines leichten Verlusts von drei Prozentpunkten mit 32 Prozent unangefochten. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) legt um drei Punkte auf 16 Prozent zu – ein kleiner Lichtblick für den Amtsinhaber, wenngleich bescheiden. Bemerkenswert ist das Gesamtbild: SPÖ-Chef Andreas Babler kommt auf 8 Prozent, NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger auf 7 Prozent. Stocker, Babler und Meinl-Reisinger zusammen erreichen damit laut oe24 31 Prozent – einen Prozentpunkt weniger als Kickl allein.
Hohe Umfragewerte, wenig Optionen
Wie oe24 analysierte, steht Kickl trotz des Umfragehochs vor strategischen Hürden. Neuwahlen sind vorerst nicht in Sicht – die Koalition wird am schwierigen Doppelbudget nicht zerbrechen. Dazu hat Kickl durch seinen radikalen Oppositionskurs potenzielle Koalitionspartner vergrault: Selbst in der ÖVP gibt es derzeit laut oe24 keine Ambitionen für eine blau-schwarze Zusammenarbeit.
Credits. APA
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