FPÖ gegen ORF: Hafenecker attackiert Jubiläums-Doku als „Geschichtsklitterung“

FPÖ gegen ORF: Hafenecker attackiert Jubiläums-Doku als „Geschichtsklitterung“

Zum 70. Geburtstag der FPÖ sendete der ORF eine historische Dokumentation. Die Freiheitlichen empfingen das Ergebnis mit scharfer Ablehnung — und FPÖ-Generalsekretär Hafenecker legte sich persönlich ins Zeug.

Die Doku, die den Streit auslöste

Am Abend des 6. April 2026 strahlte der ORF in ORF 2 die „ZIB 2 History: 70 Jahre FPÖ — Aufstieg des Dritten Lagers“ aus. Wie ORF ON dokumentiert, beleuchtete die von Margit Laufer moderierte Sendung die Geschichte der FPÖ von ihren ideologischen Vorläufern bis zum Parteitag 1986, an dem Jörg Haider die Parteiführung übernahm. Zu Wort kamen neben FPÖ-Chef Herbert Kickl auch die Historikerin Margit Reiter sowie weitere Gesprächspartner. Die Sendung befasste sich auch mit der Frage, ob die FPÖ Vorbild für rechtspopulistische Parteien in Europa sei.

Hafenecker: „Skandal von der ersten bis zur letzten Minute“

Die FPÖ reagierte am Tag darauf mit einer Salve der Kritik. Wie die FPÖ auf ihrer Website und wie exxpress berichtet, bezeichnete Generalsekretär und Mediensprecher Christian Hafenecker die Sendung als „Skandal von der ersten bis zur letzten Minute“. Der ORF habe mit der Dokumentation mehr über sich selbst ausgesagt als über die Geschichte der Freiheitlichen: Es sei „ein Selbstbekenntnis des ORF als Systempropagandafunk und Anti-FPÖ-Agitationsorgan.“

Konkret warf Hafenecker der Moderatorin vor, in nahezu jedem Satz die Begriffe „Nationalsozialismus“ oder „nationalsozialistisch“ eingebaut zu haben. Als Gesprächspartner seien „ausgewiesene FPÖ-Hasser“ aufgetreten, darunter die Chefreporterin des Falter. Positive Leistungen der FPÖ — etwa ihr Beitrag zum Aufbrechen des jahrzehntelangen ÖVP-SPÖ-Proporzes — seien hingegen mit keiner Silbe erwähnt worden.

Vorwurf der selektiven Geschichtsschreibung

Besonders kritisiert Hafenecker laut FPÖ-Presseaussendung, dass der ORF die „braunen Flecken“ von SPÖ und ÖVP völlig ausgeblendet habe. Wer die NS-Geschichte thematisiere, müsse dies bei allen Parteien tun — nicht nur bei der FPÖ. Hafenecker nannte dies „heuchlerische Geschichtsklitterung“ und warf dem ORF vor, Teil des politischen Systems zu sein, das er eigentlich unabhängig beobachten sollte.

Wie exxpress berichtet, forderte Hafenecker einmal mehr eine Totalreform des ORF sowie die Abschaffung der Rundfunkgebühr: Ein „verschlankter Grundfunk mit ehrlicher Information“ sei das einzig tragfähige Zukunftsmodell. Solange das nicht umgesetzt sei, dürfe die Bevölkerung nicht gezwungen werden, „für manipulative Berichterstattung“ zu bezahlen.

ORF äußerte sich bislang nicht

Eine offizielle Stellungnahme des ORF zu Hafeneckers Vorwürfen lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hatte in früheren ähnlichen Auseinandersetzungen mit der FPÖ stets betont, alle relevanten politischen Positionen ausgewogen zu behandeln und gesetzliche Objektivitätsvorgaben einzuhalten.

Credits: APA

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