FPÖ-Delegation in Ungarn: „Weniger als 200 illegale Grenzübertritte pro Jahr“

FPÖ-Delegation in Ungarn: „Weniger als 200 illegale Grenzübertritte pro Jahr“

Hafenecker, Darmann und Co. besichtigen ungarisches Grenzsicherungssystem – und loben den „mehrschichtigen Ansatz“ als Vorbild. Die Zahlen sprechen tatsächlich eine deutliche Sprache.

Besuch im Grenzkomitat Bács-Kiskun

Am 24. Januar besuchte eine hochrangige FPÖ-Delegation das ungarische Grenzsicherungssystem im Komitat Bács-Kiskun. Wie Exxpress.at berichtet, wurde der Besuch von der Ungarischen Stiftung für Grundrechte unter Leitung von Miklós Szántó organisiert.

Zur Delegation gehörten FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker, Sicherheitssprecher Gernot Darmann sowie weitere führende FPÖ-Mitglieder. Hafenecker ist zugleich Obmann der parlamentarischen Freundschaftsgruppe Österreich-Ungarn, wie die Budapester Zeitung berichtet.

Mehrschichtiges System mit Erfolg

Das ungarische Grenzsicherungssystem basiert laut Pressefeuer auf einem integrierten, mehrschichtigen Ansatz. Dieser umfasst physische Barrieren, moderne Überwachungstechnologien sowie ständige Polizeipräsenz und klare staatliche Zuständigkeit.

Die Strategie geht weit über kurzfristige Maßnahmen hinaus – Grenzschutz ist in Ungarn eine dauerhafte sicherheitspolitische Staatsaufgabe, wie Exxpress.at ausführt.

Von 373.000 auf unter 200

Die Zahlen sind beeindruckend. Laut Wikipedia übertraten von Januar bis Mitte Oktober 2015 mehr als 373.000 Personen illegal die ungarische Grenze. Wie die Konrad-Adenauer-Stiftung damals berichtete, kamen im Spätsommer täglich bis zu 8.000-10.000 Menschen über die Grenze.

Nach dem Bau des Grenzzauns ab Juli 2015 änderte sich die Lage dramatisch. Wie Ungarn Heute im Juli 2025 berichtete, zeigen offizielle Statistiken einen massiven Rückgang der illegalen Grenzübertritte seit 2015.

Heute liegt die Zahl laut FPÖ bei „unter 200 Grenzübertritten jährlich“ – ein Rückgang um mehr als 99 Prozent im Vergleich zu 2015.

Hafenecker: „Ungarn handelt im Interesse ganz Europas“

FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker betonte nach dem Besuch, dass Ungarn seit Jahren Verantwortung übernimmt, die eigentlich eine gemeinsame europäische Aufgabe sein sollte. „Ungarn sichert nicht nur seine nationale Grenze, sondern handelt im Interesse ganz Europas“, so Hafenecker laut Exxpress.at.

Besonders kritisch äußerte sich Hafenecker gegenüber der EU-Kommission und der ÖVP. Die EU verhänge sogar Strafzahlungen gegen Ungarn, obwohl das Land seinen Verpflichtungen zum Schutz der Außengrenze nachkomme.

Der Erfolg Ungarns sei auch für den Rückgang illegaler Migration in Österreich von entscheidender Bedeutung, stellte Hafenecker klar.

Mehrere EU-Staaten führten Grenzkontrollen ein

Die Migrationskrise 2015 hatte weitreichende Folgen. Wie die Stiftung Wissenschaft und Politik dokumentiert, war Deutschland das erste Land, das wegen steigender Zahlen illegaler Grenzübertritte die Kontrollen seiner Außengrenzen wiederaufnahm. Nach Frankreich und Deutschland folgten Österreich und Slowenien.

Wie das österreichische Innenministerium mitteilt, bestehen die Grenzkontrollen zu Ungarn und Slowenien seit Herbst 2015 bis heute – aktuell verlängert bis November 2025. An der österreichisch-ungarischen Grenze werden die Grenzpolizisten von Soldaten des Bundesheeres im Assistenzeinsatz unterstützt.

FPÖ fordert europäische Wende

Die FPÖ sieht im ungarischen Modell ein erfolgreiches Beispiel für staatliche Kontrolle an den Außengrenzen. Das Modell zeige, dass konsequenter Grenzschutz möglich sei, wenn der politische Wille vorhanden sei.

Österreich und die EU sollten diesem Beispiel folgen, anstatt weiterhin Verantwortung abzuschieben und die innere Sicherheit aufs Spiel zu setzen, fordert die FPÖ laut Exxpress.at.

„Illegale Migration ist kein Naturereignis, sondern eine Folge politischer Entscheidungen“, betont die Partei. Ein konsequenter Grenzschutz an den EU-Außengrenzen müsse endlich auch von anderen EU-Staaten übernommen werden.

Kritik an Ungarns Methoden

Nicht alle sehen Ungarns Vorgehen positiv. Wie das Europäische Parlament berichtet, kritisieren Menschenrechtsorganisationen die Grenzsicherung. Profil dokumentierte 2023 Berichte von Pushbacks, bei denen Menschen nach Serbien zurückgeschoben werden.

Die Wikipedia berichtet, dass Ungarn 2023 fast 33.000 solcher Pushbacks durchführte. Ärzte ohne Grenzen dokumentierte laut Wikipedia bis Juli 2017 Berichte von 92 Prozent der betreuten Kinder und Jugendlichen über vorsätzliche Polizeigewalt.

EU-Zahlen bestätigen Rückgang

Wie Frontex, die EU-Grenzschutzagentur, im Januar 2025 mitteilte, sind die Migrationszahlen 2024 an den EU-Grenzen um 38 Prozent gesunken – der niedrigste Stand seit 2021. Das Europäische Parlament berichtet, dass 2024 etwa 239.000 Menschen bei illegaler Einreise festgestellt wurden.

Zum Vergleich: 2015 gab es laut Europäischem Parlament über 1,8 Millionen irreguläre Grenzübertritte – die höchste jemals verzeichnete Zahl.

Auszeichnung für FPÖ-Politiker

Die engen Beziehungen zwischen FPÖ und Ungarn zeigten sich Ende Januar noch deutlicher. Wie Ungarn Heute berichtete, erhielten Harald Vilimsky und Christian Hafenecker am 28. Januar 2025 in Budapest das Offizierskreuz des ungarischen Verdienstordens.

Kanzleiminister Gergely Gulyás würdigte die beiden Politiker für ihren Beitrag zur „ungarisch-österreichischen Freundschaft“ und zur „Stärkung der Vertreter der Normalität in Europa“.


Quellen:

  • Exxpress.at
  • Pressefeuer
  • Ungarn Heute
  • Wikipedia (Ungarischer Grenzzaun, Flüchtlingskrise 2015/2016)
  • Konrad-Adenauer-Stiftung
  • Stiftung Wissenschaft und Politik
  • Europäisches Parlament
  • Frontex
  • Österreichisches Bundesministerium für Inneres

Credits: APA

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