FPÖ bei 37 Prozent: Energiekrise als Umfrage-Booster

FPÖ bei 37 Prozent: Energiekrise als Umfrage-Booster

Die steigenden Sprit- und Energiepreise belasten die Österreicher – und bescheren der FPÖ gleichzeitig Traumwerte in der Wählergunst. Aktuelle Umfragedaten zeigen eine klare Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse.

37 Prozent – nah am historischen Höchstwert

Wie oe24 unter Berufung auf eine aktuelle Lazarsfeld-Erhebung berichtet, kommt die FPÖ in der jüngsten Sonntagsfrage auf 37 Prozent – ein Plus von einem Prozentpunkt gegenüber der Vorwoche. Befragt wurden zwischen 9. und 17. März 2.000 Personen, die maximale Schwankungsbreite liegt bei 2,2 Prozent. Wie die Umfrageplattform politpro.eu dokumentiert, entspricht der aktuelle Wert fast exakt dem Lazarsfeld-Allzeithoch der FPÖ von 39 Prozent, das Anfang Jänner 2025 gemessen wurde.

Zum Vergleich: Bei der Nationalratswahl 2019 holte die ÖVP unter Sebastian Kurz 37,5 Prozent – heute ist das die Messlatte, an der die FPÖ kratzt.

Koalition verliert, Ampel-Mehrheit in Gefahr

Während die Freiheitlichen zulegen, stagniert oder verliert der Rest. Wie oe24 berichtet, verharrt die ÖVP unter Kanzler Christian Stocker bei 20 Prozent – und liegt damit drei Punkte unter dem Wert von vor zwei Wochen. Die SPÖ verliert gegenüber der Vorwoche einen Punkt und kommt nur noch auf 18 Prozent, obwohl sich Parteichef Andreas Babler zuletzt besonders intensiv für eine Spritpreisbremse eingesetzt hatte. Die NEOS fallen ebenfalls um einen Punkt.

Wichtig dabei: Die Regierungs-Spritpreisbremse wurde erst am 18. März präsentiert – also nach dem Erhebungszeitraum dieser Umfrage. Ihre politische Wirkung ist in diesen Zahlen noch gar nicht eingepreist.

Regierungsmehrheit rechnerisch verloren

Die Mandatslage ist für die Dreierkoalition noch deutlich unangenehmer als die Prozentwerte vermuten lassen. Wie oe24 vorrechnet, kämen ÖVP, SPÖ und NEOS aktuell nur noch auf 87 Mandate – für eine Weiterkontinuierung der Ampel wären 92 nötig. Erschwerend kommt hinzu, dass die KPÖ laut Lazarsfeld bei 4 Prozent liegt und damit den Einzug in den Nationalrat schaffen würde, wie politpro.eu auf Basis der aktuellen Messung zeigt. Jedes KPÖ-Mandat fehlt den Regierungsparteien.

Paradoxe Dynamik: Trumps Krieg hilft Trumps Freunden

Der Hintergrund dieser Entwicklung ist bemerkenswert: Der durch den Iran-Konflikt ausgelöste Energiepreisschub schadet der Bevölkerung – und nützt ausgerechnet jener Partei, die zur MAGA-Bewegung die engsten Verbindungen unterhält. FPÖ-Chef Kickl war zur Inauguration von Donald Trump eingeladen, schickte damals seine Vertraute Susanne Fürst. Dass der US-Angriff auf den Iran indirekt Wasser auf die Mühlen der österreichischen Opposition spült, ist eine politische Ironie, die die Regierungsparteien mit wenig Freude zur Kenntnis nehmen dürften.


Quellen:

  • oe24.at: Umfrage – Neue Energie-Krise ist Boost für die FPÖ (21.03.2026)
  • politpro.eu: Wahlumfragen Österreich – Lazarsfeld Gesellschaft, Verlaufsdaten (Stand März 2026)
  • Apollo News: 37 Prozent in Umfrage – FPÖ baut Vorsprung weiter aus (21.03.2026)
  • exxtra24.at: 37 Prozent – FPÖ kratzt wieder am historischen Rekord (21.03.2026)

Credits: APA

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