Flugabgabe: Wie eine Steuer Österreichs Flughäfen in die Krise stürzt

Flugabgabe: Wie eine Steuer Österreichs Flughäfen in die Krise stürzt

Salzburg/Wien – Die Diskussion um die österreichische Flugabgabe spitzt sich zu. Während die Bundesregierung an der Steuer festhält, schlagen Tourismusvertreter Alarm: Die Abgabe gefährdet Arbeitsplätze, schwächt den Tourismus und treibt Airlines ins Ausland. Doch was steckt wirklich dahinter?

Eine Steuer, die Flügel stutzt

Seit ihrer Einführung im Jahr 2011 sorgt die Flugabgabe für hitzige Debatten. Pro Passagier werden 12 Euro fällig, bei Kurzstreckenflügen unter 350 Kilometern sogar 30 Euro. Für Regionalflughäfen wie Salzburg, Innsbruck oder Linz ist das ein harter Schlag. „Unsere Flughäfen sind keine Luxus-Infrastruktur, sondern Lebensadern für den Tourismus“, betont Tirols Landesrat Mario Gerber (ÖVP). Doch die Realität sieht düster aus: Weniger Flugverbindungen, abwandernde Airlines und ein Rückgang der regionalen Wertschöpfung.

Tourismusvertreter fordern Abschaffung

Die Tourismusreferenten der Bundesländer, darunter Salzburgs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll (ÖVP), machen Druck auf die Bundesregierung. „Die Flugabgabe führt messbar zur Verlagerung von Flugverbindungen ins Ausland. Das schadet unseren Bundesländern und dem Tourismusstandort Österreich gleichermaßen“, so Schnöll. Gemeinsam mit seinen Kollegen fordert er die sofortige Abschaffung der Steuer, um die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs zu sichern.

Verkehrsminister bleibt hart

Doch Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) erteilt den Forderungen eine klare Absage. „Die Einnahmen aus der Flugabgabe sind für den Staatshaushalt unverzichtbar“, heißt es aus seinem Büro. Rund 168 Millionen Euro spült die Steuer jährlich in die Kassen. Branchenkenner bezweifeln jedoch, dass die Abgabe tatsächlich den gewünschten Effekt hat. „Die Steuerkosten werden von Billigfluggesellschaften oft abgefedert, ohne dass die Passagierzahlen einbrechen“, erklärt ein Luftfahrtexperte.

Ein Blick ins Ausland

Ein Vergleich mit anderen Ländern zeigt: Österreichs Flugabgabe ist im internationalen Vergleich niedrig. In Deutschland zahlen Passagiere für Mittelstreckenflüge 39 Euro, in Großbritannien sind es je nach Distanz und Reiseklasse bis zu 260 Euro. Doch während andere Länder die Einnahmen für klimapolitische Maßnahmen nutzen, bleibt Österreichs Modell starr und wenig zielgerichtet.

Klimakrise vs. Wirtschaft

Kritiker werfen der Flugabgabe vor, weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll zu sein. Laut Umweltbundesamt verursacht ein Flug pro Person bis zu 31-mal mehr CO₂-Emissionen als eine Bahnfahrt. Gleichzeitig bleibt Flugtreibstoff steuerbefreit, und internationale Tickets sind von der Mehrwertsteuer ausgenommen. „Ein Steuergeschenk, das in Zeiten der Klimakrise nicht mehr zu rechtfertigen ist“, so das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo).

Die Zukunft der Regionalflughäfen

Während der Wintertourismus dank Billigflügen boomt, kämpfen Regionalflughäfen um ihre Existenz. Die Anbindung an internationale Drehkreuze wie Frankfurt bleibt eine Herausforderung. „Ohne nachhaltige Lösungen droht vielen Flughäfen das Aus“, warnt ein Experte. Die Forderung nach einer Reform der Flugabgabe wird lauter – doch ob die Politik handelt, bleibt fraglich.

Quellen: oe24.at, bmf.gv.at, derstandard.at, meinbezirk.at
Credits: APA

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