Hongkong – Ein verheerendes Feuer hat die Metropole Hongkong erschüttert. Mindestens 128 Menschen verloren ihr Leben, und die Zahl der Opfer könnte weiter steigen. Während die Feuerwehr die Löscharbeiten nach über 40 Stunden beendete, steht die Frage im Raum: War diese Katastrophe vermeidbar?
Warnungen wurden ignoriert
Der Brand brach im Wohnkomplex Wang Fuk Court in Tai Po aus, einem dicht besiedelten Viertel. Die Flammen erfassten sieben der acht 32-stöckigen Wohnblöcke und hinterließen eine Spur der Verwüstung. Bereits 2024 hatten Bewohner vor der Brandgefahr gewarnt. Besonders die grünen Schutznetze an den Gerüsten, die als leicht entflammbar galten, standen in der Kritik. Doch die zuständigen Behörden wiegelten ab: Das Risiko sei „relativ gering“, hieß es damals.
Wie Sicherheitschef Tang erklärte, entzündeten sich die Schutznetze an den unteren Stockwerken. Die Flammen breiteten sich rasend schnell über die Fassaden aus, unterstützt durch brennbare Polystyrolplatten vor den Fenstern. Innerhalb kürzester Zeit standen sieben Wohnblöcke in Flammen.
Elf Verdächtige in Haft
Die Polizei hat inzwischen elf Personen festgenommen, darunter Direktoren und technische Berater einer Baufirma sowie Mitarbeiter eines Subunternehmens. Der Vorwurf: Sie sollen unzulässige Materialien verwendet und Sicherheitsvorschriften missachtet haben. Die Anti-Korruptionsbehörde ermittelt.
Die Suche nach Vermissten geht weiter
Noch immer gelten rund 200 Menschen als vermisst. Ihr Tod gilt als wahrscheinlich, da viele Leichen bislang nicht identifiziert werden konnten. „Wir schließen nicht aus, dass weitere verkohlte Leichen gefunden werden“, so Tang.
Die Tragödie wirft ein Schlaglicht auf die Sicherheitsstandards in Hongkong und die Verantwortung der Behörden. Hätte das Inferno verhindert werden können, wenn frühere Warnungen ernst genommen worden wären? Diese Frage wird die Stadt noch lange beschäftigen.
Quellen: bild.de, ddp/SOPA Images, Chan Long Hei/AP/dpa, Ng Han Guan/AP/dpa
Credits: APA
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