Femizid in Taufkirchen an der Pram: 28-jährige Lehrerin in Schulbibliothek getötet

Femizid in Taufkirchen an der Pram: 28-jährige Lehrerin in Schulbibliothek getötet

Ein mutmaßlicher Femizid erschüttert eine kleine Gemeinde in Oberösterreich. Eine 28-jährige Lehrerin wurde am Freitagabend tot in der Schulbibliothek der Mittelschule Taufkirchen an der Pram gefunden. Es ist der 14. Femizid in Österreich in diesem Jahr.

Was passiert ist

Angehörige der 28-jährigen Lehrerin machten sich am Freitagabend Sorgen, weil sie nicht nach Hause gekommen war, und suchten sie in der Schule. Wie die Oberösterreichischen Nachrichten als Erstberichterstatter und nachrichten.at berichten, fanden sie die Frau gegen 18 Uhr tot in der Bibliothek der Mittelschule in der 2.900-Einwohner-Gemeinde im Bezirk Schärding. Der Leiter der Staatsanwaltschaft Ried, Alois Ebner, bestätigte gegenüber den OÖN die Tat.

Tatverdächtig ist laut Polizeibestätigung der 29-jährige Ex-Freund der Frau — ebenfalls Lehrer. Wie vol.at, meinbezirk.at und die Tiroler Tageszeitung übereinstimmend berichten, dürfte der mutmaßliche Täter nach der Tat mit dem Auto geflüchtet sein. Sein Wagen krachte einige Kilometer entfernt gegen einen Baum. Im Wrack wurde die Leiche des Mannes gefunden — sie wies Schusswunden am Kopf auf. Die Ermittler gehen von Suizid aus.

Das Motiv ist noch unklar. Da Opfer und Täter eine frühere Beziehung hatten, liegt laut Polizei eine Beziehungstat nahe. Die Spurensicherung war am Freitagabend am Tatort im Einsatz.

Der 14. Femizid 2026

Laut nachrichten.at ist dies bereits der 14. Femizid in Österreich im Jahr 2026. Erst im Mai hatte eine Serie von Frauenmorden das Land erschüttert — darunter ein Fall in Linz-Magdalena am 7. Mai und ein weiterer in Kottingbrunn (Bezirk Baden).

Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner und Justizministerin Anna Sporrer (beide SPÖ) zeigten sich laut oe24.at in einem gemeinsamen Statement erschüttert: „Wieder wurde ein Leben durch Männergewalt ausgelöscht. Um Frauen wirksam zu schützen, braucht es breite Unterstützung für einen entschlossenen politischen Kurs gegen Gewalt an Frauen.“


SERVICE: Frauen, die Gewalt erleben, finden Hilfe bei der Frauen-Helpline: 0800-222-555 (kostenlos, 24h), beim Frauenhaus-Notruf: 057722 sowie bei den Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217.

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x