Nicht ganz uneitel berichtet heute der Standard, dass zwei französische Journalisten seiner Redaktion das Abhör-Material übergeben haben. Dieses Duo hat inkognito die beiden FPÖ-Nationalratsabgeordneten Markus Tschank und Harald Stefan bei einem Parteiabend in einem Wirtshaus abgehört und ihre Ausführungen aufgenommen.
Der ganz große Skandal blieb zum Ärger der französischen Hobby-Maigrets aus. Was der Standard jedoch kritisierte: Die beiden FPÖ-Politiker meinten, dass die Taliban „das letzte Gesindel“ nach Europa schicken würden. Und: „A normaler Afghane is ja ned des, was bei uns da herumläuft. Das san ja ordentliche Leut.“
Und der Standard vermeldete auch sehr prominent, was die zwei Freiheitlichen über die ÖVP sagten: „Die ÖVP ist natürlich in einem jämmerlichen Zustand. Sie ist machtgeil und möchte natürlich in ihren Positionen bleiben. Und deswegen können wir ruhig die Latte ein bisserl höher hängen, wir können durchaus zeigen, dass wir die stärkere Partei sind, dass wir unsere Inhalte durchsetzen.“
Kenner der österreichischen Innenpolitik würden dieser Aussage wohl kaum widersprechen, zu einem Skandal taugt die Analyse der FPÖ-Politiker jedenfalls auch nicht.
Der ganze Ablauf dieser Undercover-Operation der französischen Journalisten erinnert doch sehr an den Ablauf des Drehs des Ibiza-Videos: Auch in der Finca wurden 2017 zwei FPÖ-Politiker – HC Strache und Johann Gudenus abgehört, heimlich gefilmt. Wenig aufregende Sager, die nicht eine einzige strafrechtliche Folge hatten, wurden dann im Mai 2019 von einigen österreichischen und deutschen Medien mit Hilfe des ORF zum Mega-Skandal gemacht …
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