Fast 90 Prozent besorgt: Wie der Iran-Krieg Österreich und Deutschland lähmt

Fast 90 Prozent besorgt: Wie der Iran-Krieg Österreich und Deutschland lähmt

Eine neue Umfrage zeigt: Der Iran-Krieg sitzt tief in den Köpfen der Menschen in Österreich und Deutschland. Die Angst vor steigenden Preisen ist dabei größer als die Angst vor dem Krieg selbst.

Was die Umfrage zeigt

Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, sind fast 90 Prozent der Bevölkerung in Österreich und Deutschland über die Entwicklungen im Iran und der Region besorgt. Das geht aus einer repräsentativen Online-Umfrage des Instituts TQA Research & Consulting hervor, die zwischen dem 13. und 20. März 2026 unter 1.000 Befragten in beiden Ländern im Alter von 16 bis 65 Jahren durchgeführt wurde.

Rund 40 Prozent der Befragten beider Länder sehen keine einzelne Seite als Hauptverantwortlichen für den Konflikt, sondern meinen, mehrere Länder seien gleichermaßen verantwortlich. An zweiter Stelle werden die USA genannt. Nur etwa jeder Zehnte macht den Iran oder Israel in erster Linie verantwortlich.

Energiepreise als größte Sorge

Was die Menschen am stärksten bewegt, sind nicht militärische Fragen, sondern wirtschaftliche. Drei Viertel der Befragten nennen laut tt.com steigende Energiepreise als wichtigste Folge des Konflikts, dicht gefolgt von steigender Inflation und wirtschaftlichen Schäden für Europa und das eigene Land – jeweils 71 Prozent. Diese Sorgen sind berechtigt: Wie das Wirtschaftsblatt und das Handelsblatt berichten, liegt die Inflationsrate in Deutschland im März bereits bei 2,7 Prozent – der höchste Stand seit Januar 2024. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer warnte, der Anstieg sei erst der Anfang.

Für Österreich trifft es ähnlich zu: Der ÖAMTC dokumentierte einen Dieselpreisanstieg um rund 70 Cent pro Liter allein im März.

Keine Lösung durch Militärschläge

Über die Frage, ob militärische Mittel den Konflikt langfristig lösen können, sind sich Österreicher und Deutsche einig – und mehrheitlich skeptisch. Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, verneinen rund zwei Drittel der Befragten, dass Militärschläge eine dauerhafte Lösung bringen können. Nur 8 Prozent der Österreicher und 9 Prozent der Deutschen sehen darin den richtigen Weg.

Sorge vor Flüchtlingsbewegungen und Terrorgefahr

Knapp ein Drittel der Befragten beider Länder macht sich Sorgen um einen größeren internationalen Krieg und eine steigende Terrorgefahr. Die Angst vor Flüchtlingsbewegungen aus der Region liegt in Österreich mit 54 Prozent auf Rang sechs der genannten Sorgen, in Deutschland mit 50 Prozent auf Rang sieben.

Reisepläne unter Druck

Wie die tt.com festhält, beeinflusst der Krieg auch die Reiseplanung – wenn auch noch moderat: 21 Prozent der Österreicher geben an, in ihrer Reiseplanung für 2026 stark betroffen zu sein, in Deutschland sind es 15 Prozent. Deutlich größer fällt der Effekt beim Blick in die Zukunft aus: Fast jeder dritte Österreicher gibt an, sein Reiseverhalten künftig stark oder sehr stark zu verändern. In Deutschland ist es sogar fast jeder Zweite.

Credits: APA

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