Exxtra24 sorgt für Krisenstimmung bei Doskozils Büroleiter 

Exxtra24 sorgt für Krisenstimmung bei Doskozils Büroleiter 

Es war offenbar wieder einer dieser Tage im burgenländischen Landhaus: Kaum war Landeshauptmann Hans Peter Doskozil zurück, soll in seinem politischen Umfeld hektische Betriebsamkeit ausgebrochen sein. Nach zahlreichen Anrufen besorgter SPÖ-Mitglieder und Abgeordneter musste schließlich auch Christian Stiller, der Büroleiter des Landeshauptmannes, ausrücken.

Nach Informationen, die exxtra24 aus dem Kreis mehrerer Teilnehmer erhielt, wurden die Pressesprecher verschiedener SPÖ-naher Institutionen zusammengerufen, auf die aktuelle Kommunikationslinie eingeschworen und mit internen Informationen versorgt. Natürlich soll bei dieser Zusammenkunft auch exxtra24 Thema gewesen sein.

Dabei soll Stiller unser Medium als „unseriös“ bezeichnet und sinngemäß behauptet haben, exxtra24 habe erpresserisch gehandelt sowie fragwürdige Informationen und Dokumente verbreitet. Ob diese Aussagen exakt so gefallen sind, wird Herr Stiller sicherlich selbst beantworten können. Die Schilderungen, die unserer Redaktion aus dem Kreis der Anwesenden zugetragen wurden, sind jedenfalls bemerkenswert konkret.

Daher an dieser Stelle ein ebenso klares wie öffentliches Statement:

Lieber Christian Stiller, Dokumente, aktuell 22 Honorarnoten, Zeugenaussagen, interne Informationen und bemerkenswerte Chatverläufe – darunter Kommunikation aus dem engeren Umfeld der SPÖ Burgenland, dem sogenannten Küchenkabinett – sprechen nach unserem derzeitigen Kenntnisstand eine deutlich andere Sprache.

Es ist politisch nachvollziehbar, wenn man in angespannten Situationen versucht, die eigenen Reihen zu beruhigen, Zuversicht zu verbreiten und unangenehme Berichterstattung intern als übertrieben oder unseriös darzustellen. Aus einer Kommunikationsstrategie wird allerdings noch keine Wahrheit. Und aus glaubwürdigen Unterlagen werden nicht deshalb wertlose Dokumente, weil sie für die Betroffenen unangenehm sind.

Gerade im Fall von Roland Fürst hat sich bereits gezeigt, dass vorschnelle Angriffe unter anderem gegen den Rechnungshofpräsidenten und den Rechnungshofbericht wie ein Bumerang zurückkehren können. Wer öffentlich oder intern mit schweren Vorwürfen gegen Journalisten und Medien hantiert, muss damit rechnen, dass anschließend noch genauer hingesehen wird. Dann finden neue Informationen, Dokumente und Chatverläufe häufig erstaunlich schnell ihren Weg zu kritischen Parteimitgliedern, Pressesprechern, anderen Medien – und selbstverständlich auch zu den Leserinnen und Lesern von exxtra24.

Das erinnert zunehmend an ein politisches Jekyll-und-Hyde-Prinzip: Auf der einen Seite die intern gepflegte Erzählung, alles sei unter Kontrolle und die Berichterstattung bloß unseriös. Auf der anderen Seite stehen Dokumente, Zeugenaussagen und eine öffentliche Wirkung, die mit dieser Selbstdarstellung immer schwerer in Einklang zu bringen sind.

Umgangssprachlich könnte man von Realitätsverweigerung sprechen. Politisch präziser wäre wohl: Man versucht, die eigene Wahrnehmung zur offiziellen Wirklichkeit zu erklären. Das funktioniert allerdings nur so lange, bis überprüfbare Fakten auf dem Tisch liegen.

Und noch etwas, lieber Christian Stiller: exxtra24 lässt sich von der Ankündigung möglicher Klagen nicht einschüchtern. Im Gegenteil – ein öffentliches Gerichtsverfahren würde sämtlichen Beteiligten die Gelegenheit geben, Unterlagen vorzulegen, Zeugen zu benennen und die erhobenen Behauptungen unter den Augen der Öffentlichkeit und anderer Medien überprüfen zu lassen.

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