Über 30 Jahre Dienst in drei österreichischen Gefängnissen – Sabine K. hat den Wandel im Strafvollzug hautnah erlebt. Im exxpress-Interview spricht sie über Respektlosigkeit, Überlastung und einen Vorfall, der für sie symptomatisch ist.
Wer Sabine K. ist
Sabine K. arbeitete mehr als 30 Jahre als Justizwachebeamtin in drei Strafvollzugseinrichtungen in Wien und Niederösterreich. Seit dem vergangenen Jahr befindet sie sich krankheitsbedingt in Frühpension. Wie exxpress berichtete, sprach sie gegenüber der Redaktion offen über ihre Erfahrungen – exxpress hat eine Stellungnahme des Justizministeriums angefordert, die bis Redaktionsschluss ausstehend war.
Beginn gut – dann die Veränderung
Laut eigenen Angaben begann Sabine K. als Quereinsteigerin aus dem pädagogischen Bereich. Die ersten Jahre in Wien seien „durchaus in Ordnung“ gewesen. Den Wendepunkt verortet sie im Anstieg tschetschenischer Häftlinge: „Massive Probleme mit Respektlosigkeit und Übergriffen gegen uns weibliche Beamten“ hätten begonnen – Beleidigungen, Gesten, verächtliche Verhaltensweisen. Dabei betonte sie ausdrücklich: „Mit türkischen Häftlingen habe ich solche Probleme nie gehabt, auch wenn das Muslime waren.“
Niederösterreich: Erst besser, dann dasselbe
Nach dem Umzug nach Niederösterreich sei die Situation zunächst deutlich angenehmer gewesen. Doch ab 2017 – „so zwei Jahre nach der Grenzöffnung“, wie sie es formuliert – habe sich das schlagartig geändert. Laut ihrer Schilderung gegenüber exxpress werde auf den Hofgängen kaum noch Deutsch gesprochen, die früher überwiegend österreichischen oder osteuropäischen Hausarbeiter seien heute eine Minderheit.
Die Beobachtung, die am meisten aufhorchen lässt
Besonders schwer wiegt ihre Aussage zum Innenleben der Anstalten: „Sämtlicher Handel und Tauschgeschäfte sind ganz fest in muslimischer Hand. Alles was rentabel und kriminell ist, haben sich muslimische Gangs aufgeteilt.“ Begleitgänge zum Gefängnissupermarkt seien aus Sicherheitsgründen inzwischen verboten.
Zur Einordnung: Sabine K.s Schilderungen sind persönliche Beobachtungen einer einzelnen ehemaligen Bediensteten. Eine unabhängige Verifikation durch exxtra24 war nicht möglich. Das Justizministerium hat sich bis Redaktionsschluss nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Hirtenberg: Überlastung ist belegbar – der Rest nicht
Was Sabine K. zur Überlastung der Beamten sagt, findet in einem anderen Vorfall eine belegte Entsprechung. Wie salzburg24.at, noe.ORF.at und heute.at berichteten, starb am 3. Dezember 2025 ein psychisch kranker Häftling der Justizanstalt Hirtenberg nach einem Transport, der ohne medizinische Begleitung durchgeführt wurde. Laut Falter handelte es sich um einen österreichischen Staatsbürger namens Michael, 30 Jahre alt. Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt ermittelt gegen zwölf Justizwachebeamte wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang. Ein beteiligter Beamter erklärte dem Falter, er und seine Kollegen seien im Umgang mit Psychosen schlicht „nicht geschult.“
Sabine K. verweist auf diesen Vorfall als Beweis für die Überlastung der Beamten – das ist nachvollziehbar. Eine Verbindung zum Thema muslimische Häftlinge lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Der Fall Hirtenberg betrifft strukturelle Mängel im Strafvollzug – unabhängig von der Herkunft der Insassen.
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