Sebastian Kurz meldet sich zurück – und zwar mit scharfer Kritik an der EU. Im Interview mit oe24.TV legt der ehemalige Bundeskanzler dar, warum Europa seiner Ansicht nach bei der Ukraine „nur Passagier“ ist und in der Migrationspolitik „der Mut fehlt“. Kurz wirft den europäischen Entscheidungsträgern vor, strategisch unklug agiert zu haben und zu oft große Worte ohne Taten folgen zu lassen.
Migration: „Worte reichen nicht – es braucht Taten“
Kurz blickt auf 2015 zurück – und spart nicht mit Kritik. Als damaliger Außenminister habe er „von Anfang an“ gewusst, dass eine Politik offener Grenzen nicht funktioniere. Kurz verweist darauf, dass Integration vor allem eine Frage der Zahlen sei: Je höher die Zuwanderung, desto schwieriger werde es für Schulen, Arbeitsmarkt und soziale Systeme. Zugleich betont er, dass viele Menschen gekommen seien, „die nicht qualifiziert sind“, was die Integration zusätzlich erschwere.
Ukraine: „Kriege enden am Verhandlungstisch“
Am deutlichsten wird Kurz bei der Rolle Europas im Ukrainekrieg. Er ist überzeugt, dass der Konflikt nur durch Verhandlungen enden kann. Versuche der Vermittlung – auch wenn sie umstritten sind – sollten daher nicht schlechtgeredet werden. Kurz verweist auf Donald Trumps Kontakte mit Wladimir Putin und Treffen mit EU-Regierungschefs und Wolodymyr Selenskyj. Ob das etwas bringe, sei offen, aber „jemand muss es probieren“, so Kurz laut oe24.
Blick auf Wettbewerbsfähigkeit: Talente statt Zufall
Kurz zieht auch einen Vergleich mit Standorten wie Abu Dhabi oder Singapur. Diese Zentren wüchsen rasant, weil sie gezielt Spitzenkräfte anziehen würden. Europa hingegen habe in den letzten Jahren viel Zuwanderung erlebt, die oft nicht zu den Anforderungen des Arbeitsmarkts passe. Seine Forderung: Ein engerer Zusammenhang zwischen Zuwanderung und Qualifikation – und eine konsequente Politik für mehr Wettbewerbsfähigkeit.
Schlussfazit: Weniger Pose, mehr Plan
Europa brauche weniger Ankündigungen und mehr Umsetzung. In der Migration: klare, belastbare Regeln und starke Hilfe vor Ort. In der Ukraine: Türen zu Verhandlungen offen halten und machtpolitisch denken. Sonst bleibt Europa, so Kurz, „Passagier“, während andere das Steuer übernehmen.
Quelle: Alle Zitate und inhaltlichen Bezüge stammen aus dem Interview von oe24.TV mit Sebastian Kurz, wie auf oe24 zusammengefasst und wiedergegeben.
Credits: APA
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