Europa taumelt – und die Schuld liegt laut dem deutschen Professor Markus C. Kerber nicht in Washington oder Moskau, sondern in Brüssel. Die EU habe Europa entmachtet und in eine gefährliche Sackgasse geführt.
Brüssel: Europas Achillesferse?
Während die Welt von geopolitischen Spannungen zwischen den USA und Russland geprägt ist, sieht Kerber die wahre Schwäche Europas in der EU-Kommission. „Brüssel ist nicht souverän“, erklärt er im Gespräch mit exxpressTV. Die EU sei ein Staatenbund ohne klare Linie, was zu einem Verlust an Glaubwürdigkeit und Verhandlungsstärke geführt habe. „Trump und Putin nehmen uns nicht ernst“, so Kerber.
Selenskyj: Ein „Staatsschauspieler“?
Besonders scharf kritisiert Kerber die bedingungslose Unterstützung der Ukraine durch die EU. Präsident Selenskyj bezeichnet er als „Staatsschauspieler“, dessen Legitimität nicht nur von Russland infrage gestellt werde. „Europa hat sich blind hinter Kiew gestellt und damit jede Verhandlungsposition verloren“, warnt der Professor. Die Korruptionsprobleme in der Ukraine seien dabei ignoriert worden.
Von der Leyen: Machtspiele und Milliardenrisiken
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen steht ebenfalls im Fokus der Kritik. Kerber wirft ihr vor, jede Krise – ob Corona oder Ukraine – für die Machterweiterung der EU-Kommission zu nutzen. Der jüngste Plan, eingefrorene russische Zentralbankreserven für einen 90-Milliarden-Euro-Kredit an die Ukraine zu verwenden, sei rechtlich fragwürdig und gefährde die Finanzstabilität Europas. „Wenn Staaten nicht mehr darauf vertrauen können, dass ihre Devisen sicher sind, brechen Dämme“, warnt Kerber.
Der Ausweg: Nationale Souveränität und Wien als Verhandlungsplatz
Kerber fordert eine Rückkehr zur nationalen Souveränität und schlägt ein Verteidigungsdirektorium der großen europäischen Staaten vor – ohne Brüssel. „Die Sicherheit Europas wird nicht in Luxemburg entschieden, sondern durch die großen Nationalstaaten“, betont er. Österreich könne als neutraler Verhandlungsplatz eine Schlüsselrolle spielen.
Ein europäischer Friedensplan – jetzt oder nie
Kerbers eindringlichste Warnung: Europa müsse einen eigenständigen Friedensplan entwickeln, der sowohl die Ukraine unterstützt als auch Verhandlungen mit Russland ermöglicht. „Wenn wir so weitermachen wie bisher, steuern wir direkt auf den Abgrund zu.“
Credits: APA
Neueste Kommentare