Brüssel. Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) setzt sich für ein EU-weites Pfandsystem für Lithium-Ionen-Batterien ein. Beim Treffen der EU-Umweltminister in Brüssel betonte er die Dringlichkeit, die Entsorgung dieser Batterien zu verbessern, um Brände und Umweltschäden zu vermeiden. „Wir wollen, dass die Kommission rasch einen Vorschlag auf den Tisch legt“, erklärte Totschnig.
Brände durch unsachgemäße Entsorgung
In Österreich und anderen EU-Ländern kommt es immer wieder zu Bränden in Müllfahrzeugen und Recyclinganlagen, ausgelöst durch falsch entsorgte Lithium-Ionen-Batterien. Laut Totschnig verursachen beschädigte Batterien Kurzschlüsse, die zu chemischen Bränden führen können. Ein Großbrand in einer Recyclinganlage in Osttirol im Juni 2025 verdeutlichte die Gefahren. „Wir hatten ein sehr negatives Jahr mit vielen Bränden und riesigen Schäden“, so der Minister.
EU-weite Lösung notwendig
Totschnig betonte, dass ein nationales Pfandsystem nicht ausreiche, da Batterien grenzüberschreitend gehandelt werden. Gemeinsam mit Deutschland und Lettland brachte er einen Antrag ein, der die EU-Kommission auffordert, das geplante Pfandsystem bis 2027 vorzuziehen. Ziel sei es, Anreize für die Rückgabe von Batterien zu schaffen und so Brände zu verhindern.
Ultra-Fast-Fashion im Fokus
Neben dem Batteriepfand diskutierten die Minister auch über den „Ultra-Fast-Fashion“-Trend. Laut Totschnig kauft ein durchschnittlicher Europäer jährlich 26 Kilo Textilien und entsorgt elf Kilo davon. In Österreich landen jährlich 220.000 Tonnen Textilien im Müll. Die Minister fordern strengere Regelungen für internationale Händler, um die Abfallmengen zu reduzieren.
Bioökonomie als Zukunftsstrategie
Ein weiteres Thema war die Bioökonomie-Strategie der EU. Diese setzt auf die Nutzung von Biomasse zur Erzeugung von Nahrungsmitteln, Materialien und Energie. Laut einem Bericht waren 2023 über 17 Millionen Menschen in diesem Bereich beschäftigt. Die EU ist bei Biomasse zu 90 Prozent autark, was ihre strategische Autonomie stärkt.
Quellen: oe24.at, kurier.at, energynewsmagazine.at, kleinezeitung.at
Credits: APA
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