EU plant neue Steuer für große Unternehmen – in Österreich 2600 Firmen betroffen!

EU plant neue Steuer für große Unternehmen – in Österreich 2600 Firmen betroffen!

Ab einem Netto-Umsatz von 50 Millionen Euro im Jahr sollen große Unternehmen künftig eine Extra-Steuer in Brüssel abliefern. In Österreich wären davon die OMV, Spar, Rewe, voestalpine, Strabag, Red Bull, Verbund, Andritz, Telekom Austria, Erste Group, RBI, Vienna Insurance, Wien Energie etc. betroffen. Ziemlich sicher: Die Mehrbelastung wird an die Endkunden, also an uns alle, weitergegeben.

Ein extrem wachsender Finanzbedarf für die militärische Aufrüstung, für Klimaschutz und den Schuldendienst des Corona‑Aufbaufonds – die EU-Kommission braucht dringend Geld, viel mehr Geld: Die EU‑Kommission arbeitet an einem neuen Finanzierungsinstrument für den Gemeinschaftshaushalt – eine Umsatzabgabe für alle Unternehmen, die in der EU tätig sind und mehr als 50 Millionen Euro Nettoumsatz erzielen. Das geht aus einem Kommissionsentwurf hervor, über den die Financial Times berichtete und der nun auch von Reuters bestätigt wurde.

So soll die Abgabe funktionieren

  • Schwellenwert: Greifen soll die Steuer ab 50 Mio. € Jahresumsatz innerhalb der EU – unabhängig davon, ob ein Konzern seinen Hauptsitz in Paris, Palo Alto oder Peking hat.
  • Gestaffeltes Modell: Ein „Bracket‑System“ sieht höhere Prozentsätze für die umsatzstärksten Gruppen vor. Über genaue Sätze wird noch verhandelt.
  • Breite Basis: Die Abgabe ersetzt die gescheiterte Digitalsteuer, deren Fokus vor allem auf US‑Techriesen wie Apple oder Meta lag. Diese Konzerne würden nun ebenfalls zahlen, stünden aber nicht mehr allein im Visier.
  • Weitere Ideen: Parallel prüft Brüssel Sonderabgaben auf nicht recycelten Elektroschrott und Tabakwaren als zusätzliche Eigenmittel.

Politischer Kontext

Der Vorstoß kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: US‑Präsident Donald Trump hat jüngst neue Strafzölle angedroht und Brüssels Regulierung von Big Tech als „diskriminierend“ bezeichnet. Eine breit angelegte Umsatzsteuer ließe sich in Washington weniger leicht als gezielte Anti‑Tech‑Maßnahme deuten, dürfte aber trotzdem für Reibung sorgen.

Hürden bis zur Umsetzung

  • Einstimmigkeit erforderlich: Steuerpolitik erfordert nach EU‑Verträgen die Zustimmung aller 27 Mitgliedstaaten – ein traditionell steiniger Weg.
  • Haushaltslücke: Hintergrund ist der wachsende Finanzbedarf der EU für Verteidigung, Klimaschutz und Schuldendienst des Corona‑Aufbaufonds. Eigenmittel aus Zöllen und Emissionshandel reichen nicht mehr aus.
  • Offene Details: Die Kommission wollte den Entwurf nicht kommentieren und betonte, er könne sich „noch ändern“.

Reaktionen

  • Wirtschaftsverbände warnen vor Wettbewerbsnachteilen für exportorientierte Branchen.
  • Befürworter verweisen auf faire Lastenteilung, weil der Schwellenwert Kleinst‑ und Mittelbetriebe schont.
  • Mitgliedstaaten wie Irland oder Schweden, die Digitalsteuer‑Pläne blockierten, zeigen sich laut Diplomaten „gesprächsbereit“, da die neue Abgabe breiter gefasst sei.

Die Kommission will den endgültigen Vorschlag im Herbst 2025 zusammen mit einer Halbzeit‑Revision des EU‑Finanzrahmens vorlegen.

Für Österreich könnte diese weitere Steuer eine zusätzliche Bremse für ein erhofftes Wirtschaftswachstum sein: Immerhin wären 2600 Unternehmen betroffen, darunter OMV, Porsche Holding, Spar, Rewe, voestalpine, Strabag, Red Bull, Verbund, Andritz, Telekom Austria, Erste Group, RBI, Vienna Insurance, Wien Energie, die Bawag, etc. Es ist wohl nicht anzunehmen, dass diese Unternehmen die zusätzliche Belastung schlucken werden – vielmehr werden auch diese Mehrkosten an den Endkunden weitergegeben. Damit wird das Tanken, der Lebensmitteleinkauf, die Bankverbindung, die Handy-Nutzung, die Versicherung, etc. noch teurer.

Hier die Top 20 der umsatzstärksten österreichischen Unternehmen, die mit Sicherheit von der neuen EU-Steuer betroffen wären. Laut dem trend Top 500-Ranking (nach Nettoumsatz) gehören zu den größten Konzernen:

RangUnternehmenNettoumsatz 2023 (in Mio. €)
1OMV AG62.298
2Porsche Holding GmbH25.805
3voestalpine AG17.915
4Strabag SE17.735
5Rewe International AG17.300
6Spar Österreich-Gruppe16.180
7Borealis AG (OMV-Tochter)12.225
8Verbund AG10.346
9Red Bull GmbH9.684
10Benteler International AG8.954
11Mondi Group8.902
12BMW Group Österreich7.558
13Andritz AG7.543
14Wiener Stadtwerke7.306
15Porr AG6.226
16Wien Energie (Teil der Stadtwerke)5.931
17EnergieAllianz Austria5.259
18Infineon Technologies Austria5.240
19Alpla Holding GmbH5.100
20Telekom Austria AG5.005

Credit: APA

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