EU-Kommission gegen SAP: Milliardenstrafe droht!

EU-Kommission gegen SAP: Milliardenstrafe droht!

Die Europäische Kommission hat den deutschen Softwaregiganten SAP ins Visier genommen. Der Vorwurf: Der Konzern soll seine Marktmacht schamlos ausgenutzt haben, um Kunden an teure Wartungs- und Supportverträge zu binden. Wie die Tagesschau berichtet, könnte SAP eine Strafe von bis zu 3,4 Milliarden Euro drohen – das entspricht zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Lizenzfalle: Kunden in der Zwickmühle

Laut der EU-Kommission ist SAPs Geschäftsmodell alles andere als kundenfreundlich. Wartungs- und Supportleistungen sind automatisch Teil der Softwarelizenzen – ein Wechsel zu anderen Anbietern? Praktisch unmöglich! Zudem verlängern sich die Lizenzen automatisch, und Kunden zahlen oft für Leistungen, die sie gar nicht nutzen. Die Zeit beschreibt, wie Unternehmen sogar Gebühren zahlen müssen, wenn sie den Service kündigen wollen – und diese Kosten sind oft genauso hoch wie die eigentlichen Dienstleistungen.

Wettbewerb? Fehlanzeige!

EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera erklärte, dass SAPs Praktiken den Wettbewerb in der EU erheblich eingeschränkt haben könnten. „Europäische Kunden haben weniger Auswahl und zahlen höhere Preise“, so Ribera. Ziel der Kommission sei es, sicherzustellen, dass Unternehmen frei entscheiden können, welche Wartungs- und Servicedienstleistungen sie nutzen möchten.

SAP wehrt sich: „Alles im Einklang mit den Regeln“

SAP selbst zeigt sich unbeeindruckt. In einer Stellungnahme, die auf der Unternehmenswebsite veröffentlicht wurde, betont der Konzern, dass seine Richtlinien „vollständig mit den Wettbewerbsregeln im Einklang stehen“. Dennoch wolle man mit der EU-Kommission kooperieren, um eine Lösung zu finden. Materielle Auswirkungen auf die Finanzergebnisse? Laut SAP: Fehlanzeige.

Milliardenstrafe oder Einigung?

Wie der Spiegel berichtet, hat SAP nun die Möglichkeit, auf die EU-Kommission zuzugehen und Änderungen am Geschäftsmodell vorzuschlagen. Gelingt dies nicht, könnte die Höchststrafe fällig werden. Angesichts eines Jahresumsatzes von 34,2 Milliarden Euro im Jahr 2024 wäre das ein herber Schlag für den Software-Riesen.

Quellen Tagesschau, Zeit, Spiegel, SAP News, OE24

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