Ein neuer Beschluss aus Brüssel: Verbraucher in der Europäischen Union können sich bald auf eine bedeutende Erleichterung freuen. Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten haben sich auf neue Regeln für Zahlungsdienste geeinigt, die das alltägliche Leben vieler Menschen spürbar verbessern sollen. Im Mittelpunkt steht eine Regelung, die es künftig ermöglicht, direkt im Supermarkt Bargeld abzuheben – und das ganz ohne einen Einkauf tätigen zu müssen.
Bargeld für alle, auch auf dem Land
Besonders in ländlichen Gebieten, wo Bankomaten immer seltener werden, ist der Zugang zu Bargeld oft ein mühsames Unterfangen. Genau hier setzt die neue EU-Regelung an. Wie unter anderem oe24.at berichtet, sollen Einzelhändler künftig Barabhebungen zwischen 100 und 150 Euro anbieten können. Damit soll sichergestellt werden, dass jeder Bürger unkompliziert an sein Geld kommt, selbst wenn die nächste Bankfiliale kilometerweit entfernt ist. Die formelle Annahme durch die EU-Institutionen steht zwar noch aus, doch die Weichen sind gestellt.
Schluss mit versteckten Kosten und Betrug
Die Einigung geht aber noch weiter. Laut Berichten, etwa in der Kleinen Zeitung, wird auch gegen versteckte Gebühren vorgegangen. Künftig müssen alle Kosten, die bei einer Kartenzahlung oder einer Barabhebung anfallen – wie Wechselkursgebühren oder Spesen an Geldautomaten – transparent und vor der Transaktion angezeigt werden.
Zusätzlich verschärft die EU den Kampf gegen Online-Betrug. Zahlungsdienstleister wie Banken werden verpflichtet, vor einer Überweisung zu prüfen, ob der Name des Empfängers und die Kontonummer tatsächlich übereinstimmen. Bei Versäumnissen kann der Anbieter in der Betrugsprävention für die Verluste ihrer Kunden haftbar gemacht werden.
Stärkerer Schutz bei Identitätsdiebstahl
Auch Opfer von Identitätsbetrug, bei dem sich Kriminelle als Bankmitarbeiter ausgeben, werden besser geschützt. In solchen Fällen müssen Zahlungsdienstleister den vollen Betrag erstatten, sofern der Betrugsfall bei der Polizei gemeldet wird. Sogar Online-Plattformen werden stärker in die Pflicht genommen: Entfernen sie betrügerische Inhalte nicht, nachdem sie darüber informiert wurden, haften sie gegenüber den Banken, die ihre Kunden entschädigen mussten.
Quellen: oe24.at, kleinezeitung.at
Credits: APA
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