ESC-Drama in Wien: ORF-Chef kämpft gegen Boykott-Welle

ESC-Drama in Wien: ORF-Chef kämpft gegen Boykott-Welle

Der Countdown läuft: Der Eurovision Song Contest 2026 findet in Wien statt – doch schon jetzt brodelt es gewaltig hinter den Kulissen. Mehrere Länder drohen mit einem Boykott, sollte Israel wie geplant teilnehmen. ORF-General Roland Weißmann will das verhindern – und setzt dabei auf Fingerspitzengefühl und Überzeugungsarbeit.

Boykott-Drohungen erschüttern den ESC

Der Grund für den Wirbel: Der ESC soll in Wien ausgetragen werden, während der Gaza-Krieg tobt. Einige EU-Länder, darunter Irland und die Niederlande, haben bereits öffentlich mit einem Ausstieg gedroht, falls Israel am Wettbewerb teilnimmt. Das hat in den letzten Wochen für viel Aufregung gesorgt und die ESC-Planungen ins Wanken gebracht, berichtet die Jüdische Allgemeine.

ORF-Chef Weißmann packt an

Doch der ORF-Chef bleibt gelassen. In einem Interview mit oe24.at betont Weißmann, dass er fest an einer Teilnahme Israels am ESC 2026 glaubt und diese auch unterstützen will. Er sieht das finanzielle Risiko als überschaubar an und setzt auf diplomatisches Geschick: „Wir müssen mit Fingerspitzengefühl an diese schwierige Situation herangehen und Überzeugungsarbeit bei den boykott-drohenden Ländern leisten“, so Weißmann.

Der ORF-Stiftungsrat steht hinter ihm, zumindest überwiegend, wie Vienna.at berichtet. Dennoch gibt es auch kritische Stimmen innerhalb des ORF, die eine Teilnahme Israels skeptischer sehen.

Warum ist Israel so umstritten?

Die politische Lage im Nahen Osten ist der Hintergrund des Streits. Während der ESC traditionell als friedliche Plattform für Musik und Völkerverständigung gilt, hat die aktuelle Situation Israel ins Zentrum der Kontroverse gerückt. Die Niederlande und Irland begründen ihre Boykott-Drohungen mit der anhaltenden Gewalt in der Region, so die Jüdische Allgemeine.

Wien will ein Zeichen setzen

Die österreichische Regierung und der ORF wollen trotz allem ein starkes Signal für kulturellen Austausch und Frieden senden. Die Wiener Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hat sich klar für die Austragung des ESC in Wien und die Teilnahme Israels ausgesprochen. Dies unterstreicht Wiens Rolle als weltoffene Gastgeberstadt, wie auf Facebook-Posts von ESC-Fan-Gruppen zu lesen ist.

Quelle: oe24.at
Credits: APA

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