Erwägt Trump Bodentruppen im Iran? Pentagon prüft mehrere Eskalationsstufen

Erwägt Trump Bodentruppen im Iran? Pentagon prüft mehrere Eskalationsstufen

Zehn Nächte in Folge greift das US-Militär bereits Ziele im Iran an – und laut übereinstimmenden US-Medienberichten könnte es noch weitergehen. Das Weiße Haus soll ernsthaft über den Einsatz von Bodentruppen sowie die Bombardierung einer geheimen unterirdischen Anlage nachdenken.

Die jüngste Angriffswelle

Das US-Militär beendete eigenen Angaben zufolge nach fünf Stunden seine neuesten Angriffe gegen den Iran. Ziel seien militärische Einrichtungen gewesen, darunter Luftverteidigungssysteme, Kommandozentralen sowie Start- und Abschussanlagen für Drohnen und Raketen, teilte das zuständige Regionalkommando CENTCOM am Dienstagfrüh mit. Damit sollen die Fähigkeiten des Iran geschwächt werden, weiterhin Handelsschiffe in der für den globalen Ölhandel entscheidenden Straße von Hormuz anzugreifen. Die iranische Nachrichtenagentur Fars meldete mehrere Explosionen im Bereich der Insel Qeshm sowie bei der Großstadt Bandar Abbas.

Drei Eskalationsoptionen auf dem Tisch

Wie das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Beamte berichtet, hatte Trump am Dienstagabend eine eigene Sitzung im Situation Room des Weißen Hauses einberufen, um über eine mögliche Ausweitung des Militäreinsatzes zu beraten. Konkret diskutiert wurden demnach drei Optionen: verstärkte Luftangriffe, der Einsatz von Bodentruppen zur Einnahme der iranischen Insel Kharg sowie weiterer Gebiete entlang der Straße von Hormuz, und die Bombardierung eines als „Pickaxe Mountain“ bekannten unterirdischen Tunnelkomplexes, dem eine mögliche Verbindung zum iranischen Atomprogramm nachgesagt wird. An der Beratung nahmen laut dem israelischen Nachrichtenportal Israel National News unter anderem Vizepräsident JD Vance, Kriegsminister Pete Hegseth, Außenminister Marco Rubio sowie der Vorsitzende der Vereinigten Generalstäbe teil.

Trump selbst bleibt zurückhaltend bei Bodentruppen

Trotz der Beratungen deutet einiges darauf hin, dass Trump vor einem tatsächlichen Bodeneinsatz zurückschreckt. Wie mehrere US-Beamte gegenüber dem „Wall Street Journal“ erklärten, zögert der Präsident, tatsächlich Truppen zu entsenden – er hatte frühere Drohungen zur Einnahme der Insel Kharg bereits einmal zurückgenommen. Auch gegenüber Fox News äußerte sich Trump zurückhaltend: „Manchmal braucht man eine Bodenkampagne, aber wir haben andere, die diese für uns übernehmen.“ Eine tatsächliche Einnahme der Insel Kharg, dem wichtigsten iranischen Ölexport-Terminal, hielt er zwar für unwahrscheinlich, schloss sie aber nicht vollständig aus: „Wenn wir sie weit genug und tief genug zurückdrängen, würde ich das tun.“

Bereits 17 tote US-Soldaten

Der Konflikt hat auf US-Seite bereits einen spürbaren Blutzoll gefordert. Am vergangenen Wochenende wurden nach US-Angaben drei weitere amerikanische Soldaten getötet – zwei durch einen iranischen ballistischen Raketenangriff in Jordanien, ein weiterer bei der kontrollierten Sprengung nicht explodierter Munition im Irak. „Wir fühlen sehr mit“, kommentierte Trump die Todesfälle laut dem Portal Common Dreams. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der seit Kriegsbeginn getöteten US-Soldaten auf 17.

Iranischer Präsident spricht von „totalem Krieg“

Auch von iranischer Seite fallen die Töne zunehmend drastisch aus. Präsident Massud Peseschkian erklärte, sein Land befinde sich derzeit tatsächlich in einem umfassenden Krieg – man müsse realistisch bleiben und die natürlichen Konsequenzen dieses Widerstands akzeptieren, so Peseschkian laut dem Portal Alex Jones Live unter Berufung auf iranische Staatsmedien.

Erneuter Tankerangriff in der Straße von Hormuz

Auch auf See spitzt sich die Lage weiter zu: In der Nacht auf Dienstag wurde erneut ein Tanker in der Straße von Hormuz angegriffen, getroffen von einem „unbekannten Geschoss“ vor der Küste des Oman, wie die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) meldete. Der Vorfall ereignete sich rund 15 Kilometer nordöstlich des omanischen Ortes Limah. Bereits am Vortag war ein anderes Schiff vor der omanischen Küste angegriffen worden und in Brand geraten. Die Führung in Teheran verlangt, dass Schiffe künftig eine von ihr vorgegebene Route entlang der iranischen Küste nehmen – ein Streitpunkt, der als wesentlicher Grund für die anhaltende Eskalation des Konflikts gilt.

Warten auf eine diplomatische Wende

Nach Angaben des Nachrichtenportals Axios habe Trump bislang noch keine endgültige Entscheidung über eine tatsächliche Ausweitung des Militäreinsatzes getroffen. Man erwarte jedoch, dass er die militärischen Optionen ernsthaft in Betracht ziehen werde, sollte es in den kommenden Tagen keinen diplomatischen Durchbruch mit Teheran geben.

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