US-Präsident Donald Trump bricht mit einer jahrzehntealten Tradition der amerikanischen Politik: Im September soll ein historisch einmaliger republikanischer Parteitag zur Mobilisierung bei den Zwischenwahlen abgehalten werden – im strategisch wichtigen Texas.
„GROSSE NEUIGKEITEN“: Trump kündigt auf Truth Social an
„Zum allerersten Mal wird die Republikanische Partei einen ZWISCHENWAHL-PARTEITAG abhalten“, schrieb Trump am Dienstag auf Truth Social, wie oe24 und NBC News berichten. Der Event ist für den 9. und 10. September im American Airlines Center in Dallas geplant. Trump beschrieb das Programm in gewohnter Manier: „Wir werden hardworkende Amerikaner, große Innovatoren, Unternehmer, Hersteller, First Responder und Job Creators haben – und jede Menge großartige Unterhaltung. Es wird eine RALLY wie keine andere!“ Beide großen US-Parteien halten normalerweise nur im Wahljahr der Präsidentschaftswahl große nationale Parteitage ab – nicht im Zwischenwahljahr, wie ABC News und PBS hervorheben.
Strategische Wahl: Texas als Brennpunkt
Dass Trump den Parteitag ausgerechnet nach Texas verlegt, ist laut CBS Texas kein Zufall. Der Bundesstaat ist 2026 ein zentrales Schlachtfeld für die Kontrolle über den Kongress – sowohl im Rennen um den Senat als auch in mehreren umkämpften Wahlkreisen. Im Mittelpunkt steht das Senatsduell zwischen dem demokratischen Kandidaten James Talarico und dem republikanischen Kandidaten Ken Paxton, dem texanischen Generalstaatsanwalt. Paxton hatte mit Trumps Rückendeckung den langjährigen republikanischen Senator John Cornyn in der Vorwahl besiegt – eine empfindliche Niederlage für das republikanische Establishment in Washington. Laut einer aktuellen New York Times/Siena-Umfrage, die NBC News zitiert, liegt das Rennen aktuell unentschieden.
Paxtons Skandale als Risiko
Paxtons Kandidatur ist aber aus republikanischer Sicht mit Risiken verbunden, wie CBS Texas und PBS berichten: Sein Ruf ist durch eine außereheliche Affäre, ein Amtsenthebungsverfahren im texanischen Abgeordnetenhaus und einen Wertpapierbetrugsfall belastet – wenngleich letzterer ohne Verurteilung endete. Republikanische Senatsstrategen befürchten laut CBS Texas, dass Paxtons Vergangenheit aus einem eigentlich gewinnbaren Rennen eine Belastung für die gesamte Partei machen könnte.
Warum die Zwischenwahlen so wichtig sind
Für Trump steht bei den Zwischenwahlen im November sehr viel auf dem Spiel, wie ABC News und PBS erläutern. Gewinnen die Demokraten die Kontrolle über das Repräsentantenhaus oder den Senat, könnten sie Trumps politische Agenda blockieren und gleichzeitig Untersuchungen gegen seine Regierung für die letzten zwei Jahre seiner Amtszeit einleiten. Historisch verliert die Partei des amtierenden Präsidenten bei Zwischenwahlen fast immer Sitze im Kongress – ein Muster, dem Trump mit dem Parteitag entgegenwirken will. Dazu kommt laut oe24 die Sorge in der republikanischen Partei, dass wirtschaftliche Unsicherheit und Trumps Entscheidung für den Krieg gegen den Iran die Wählergunst beeinträchtigen könnten.
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