Der Angriff Israels und der USA auf den Iran erschüttert die Welt und sendet Schockwellen bis an die heimischen Zapfsäulen. Fiskalratspräsident Christoph Badelt schlug am Sonntag in der ORF-„Pressestunde“ Alarm: Die Österreicher müssen sich auf höhere Energiepreise einstellen. Der Weltmarkt reagiert bereits nervös, und die Folgen könnten je nach Dauer und Ausmaß des Konflikts dramatisch sein.
Straße von Hormuz: Nadelöhr der Weltwirtschaft blockiert
Die Lage ist brandgefährlich. Der Iran hat nach den Angriffen die Straße von Hormuz, eine der wichtigsten Wasserstraßen für den globalen Energiehandel, blockiert. Rund ein Fünftel des weltweiten Öltransports wird durch diese Meerenge abgewickelt. Die Blockade führt zu einem sofortigen Ausfall iranischen Öls und stört die globalen Lieferketten massiv. Die Ölpreise an den Weltmärkten schossen bereits in die Höhe. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich zeitweise auf über 82 Dollar, wie der Kurier meldet. Das ist der höchste Stand seit über einem Jahr.
Österreich besonders betroffen: LNG-Lieferungen aus Katar fallen aus
Für Österreich ist die Situation besonders heikel. Durch die Blockade der Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman können keine Flüssiggas-Lieferungen (LNG) aus Katar mehr zu uns gelangen. „Da stellt sich die Frage, wie schnell Ersatz gefunden werden kann und das treibt natürlich alles die Preise hinauf“, erklärte Badelt in der „Pressestunde“. Die sofort gestiegenen Preise an den Tankstellen werden sich laut dem Experten direkt in der nächsten Inflationsrate niederschlagen. Diese Unsicherheit ist pures Gift für die Wirtschaft und das Investitionsklima im Land.
Experte fordert große Reformen statt Ausreden
Trotz der düsteren Aussichten sieht der Fiskalratspräsident die wirtschaftliche Entwicklung Österreichs vorerst nicht in Gefahr. Er warnt die Regierung jedoch davor, die angespannte Lage als Ausrede zu nutzen, um bei den Staatsausgaben über die Stränge zu schlagen. Badelt fordert stattdessen tiefgreifende Strukturreformen, um das Land für die Zukunft zu rüsten. „Es müssen alle über ihren Schatten springen und Dinge, die gestern noch tabuisiert waren, müssen zulässig werden“, so sein eindringlicher Appell. Nur so könne ein „Klima des Optimismus“ entstehen.
Quelle: oe24.at, tagesschau.de, handelsblatt.com, de.euronews.com, kurier.at
Credits: APA
Neueste Kommentare