Das Drama um den ehemaligen ORF-Chef Roland Weißmann hat sein fesselndes Finale erreicht. Obwohl der rechtliche Vorwurf der sexuellen Belästigung offiziell vom Tisch ist, muss der Ex-General den Küniglberg nun endgültig verlassen. Der Sender macht kurzen Prozess und löst das Dienstverhältnis auf.
Keine Belästigung, aber klare Regelverstöße
Die von Interims-Chefin Ingrid Thurnher beauftragte Untersuchung brachte ein brisantes Ergebnis zutage. Wie oe24.at berichtet, liegt im Fall Weißmann rechtlich gesehen keine sexuelle Belästigung vor. Dennoch ist der Manager nicht aus dem Schneider: Die Compliance-Experten stellten fest, dass ethische Standards und interne Richtlinien des Senders sehr wohl verletzt wurden.
Der ORF greift knallhart durch
Für den öffentlich-rechtlichen Sender war das Maß damit voll. Wie orf.at schreibt, verlangt das Unternehmen von seinem Führungspersonal nicht nur die bloße Einhaltung von Gesetzen, sondern ein absolutes Höchstmaß an Integrität. Man wolle jeden Anschein eines unangemessenen Verhaltens strikt vermeiden. Deshalb wurde das Angestelltenverhältnis mit Weißmann nun unter Einhaltung aller Kündigungsfristen beendet.
Beide Seiten legten Beweise vor
Die Entscheidung fiel nicht über Nacht. Laut Heute.at wurden im Zuge der internen Aufarbeitung beide Seiten ausführlich angehört. Sowohl Weißmann als auch die Mitarbeiterin, die die Vorwürfe ins Rollen gebracht hatte, stellten sich den Fragen der Ermittler. Beide Parteien legten zudem Dokumente vor, um ihre jeweilige Version der Geschichte zu untermauern. Für den ORF reichten die Erkenntnisse letztlich aus, um sich endgültig von seinem ehemaligen Chef zu trennen.
Weißmanns Anwalt holt zum Gegenschlag aus
Wer nun denkt, die Akte Weißmann sei damit geschlossen, irrt gewaltig. Der Ex-Boss wehrt sich vehement gegen seinen Rauswurf. Wie der Kurier berichtet, sieht Weißmanns Anwalt Oliver Scherbaum den Vorwurf der sexuellen Belästigung als „in sich zusammengebrochen“ an. Dass der Sender seinen Mandanten trotz dieser Entlastung vor die Tür setzt, bezeichnet der Jurist als völlig unverständlich. Man werde sämtliche rechtlichen Ansprüche – sowohl wegen des abgenötigten Rücktritts als auch wegen der Kündigung – nun schonungslos und konsequent verfolgen. Die Schlammschlacht könnte also bald vor Gericht in die nächste Runde gehen.
Quelle: oe24.at, orf.at, Salzburg24.at, Heute.at, Kurier
Credits: APA
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