Elektroautos verlieren deutlich schneller an Wert als Verbrenner – neue Studie zeigt das Ausmaß

Elektroautos verlieren deutlich schneller an Wert als Verbrenner – neue Studie zeigt das Ausmaß

Wer ein Elektroauto kauft, sollte eines wissen: Beim Wiederverkauf droht ein deutlich größerer Wertverlust als bei einem vergleichbaren Verbrenner. Das belegt eine aktuelle Analyse des Gebrauchtwagenanbieters Carvago, die wie exxpress.at berichtet, zehn Modellpaare unter die Lupe genommen hat – jeweils ein Elektroauto und ein Verbrennermodell derselben Marke und Klasse. Die Datengrundlage: Inseratspreise aus dem deutschen Markt, verglichen zwischen Ende 2022 und Ende 2025. Das Ergebnis ist eindeutig: In allen zehn Fällen verlor das Elektrofahrzeug nach drei Jahren stärker an Wert als sein Pendant mit klassischem Antrieb.

Extremfall Mercedes EQE: Fast 70 Prozent weg

Besonders drastisch fällt die Bilanz im Premiumsegment aus. Wie ecomento.de unter Berufung auf die Carvago-Analyse berichtet, sank der Preis des Mercedes-Benz EQE innerhalb von drei Jahren von ursprünglich 145.000 Euro auf lediglich 43.880 Euro – ein Wertverlust von 69,7 Prozent. Die vergleichbare Mercedes E-Klasse mit Verbrennungsmotor verlor im selben Zeitraum 49,3 Prozent, landete dabei bei 34.490 Euro. Die Differenz: 20,4 Prozentpunkte.

Auch der Hyundai Kona Electric zeigt eine eklatante Lücke: Wie wlz-online.de auf Basis der Carvago-Daten festhält, büßte der Stromer 52,3 Prozent seines Wertes ein, während der vergleichbare Benziner-Kona lediglich 25,9 Prozent verlor. Die Differenz von 26,4 Prozentpunkten ist die größte im gesamten Vergleich.

Wo die Lücke kleiner bleibt

Nicht überall klafft der Unterschied so weit auseinander. Wie firmenauto.de festhält, lagen BMW iX3 und BMW X3 beim Wertverlust nah beieinander: Der Stromer verlor 46,1 Prozent seines Wertes, der Verbrenner 41,5 Prozent – eine Differenz von lediglich 4,6 Prozentpunkten. Im Premiumbereich zeigt auch der Porsche Taycan einen vergleichsweise moderaten Abstand: Er verlor 56,6 Prozent gegenüber 48,6 Prozent beim Panamera – immerhin noch 8 Prozentpunkte Unterschied.

Warum verlieren Stromer so schnell an Wert?

Carvago nennt laut autohaus.de zwei Hauptgründe. Erstens die rasante technologische Entwicklung: Reichweiten steigen, Ladezeiten sinken, Software wird laufend verbessert – was ein drei Jahre altes Elektroauto rasch veraltet wirken lässt. Zweitens die nach wie vor verhaltene Nachfrage nach gebrauchten E-Fahrzeugen. Viele potenzielle Käufer zögern wegen Unsicherheiten rund um Akkulebensdauer, Alltagstauglichkeit und künftige Preisentwicklung. Beides zusammen drückt die Restwerte nach unten. Für Verkäufer ist das ein Problem – für Käufer eröffnet es ein attraktives Preisfenster.

Was das für Käufer bedeutet

Für alle, die den Kauf eines gebrauchten Elektroautos erwägen, könnte die Situation günstig sein. Wie Carvago-Manager Artur Schwendner laut autohaus.de anmerkt, sind dreijährige E-Autos inzwischen häufig günstiger als vergleichbare Verbrenner gleichen Alters – ein ungewöhnliches Bild, das sich aus dem hohen Preisverfall ergibt. Wer das Restwertrisiko beim Kauf nicht selbst tragen will, sollte beim Neuwagen über Leasing nachdenken.


Quellen:

  • exxpress.at: Schattenseiten der E-Mobilität – Stromer verlieren schneller an Wert als Verbrenner, 26. März 2026
  • ecomento.de: Studie – gebrauchte Elektroautos verlieren schneller an Wert als Verbrenner, März 2026
  • wlz-online.de: Gebrauchtwagenmarkt – Elektroautos vs. Verbrenner im Wertverlust, März 2026
  • firmenauto.de: Analyse von 10 Modellpaaren – Vergleich Restwerte E-Antrieb vs. Verbrenner, März 2026
  • autohaus.de: Hohe Restwert-Gaps – E-Autos verlieren im direkten Verbrennerduell, März 2026
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