Hohe Wellen im Mittelmeer: Die internationale Hilfsmission für Gaza, bekannt als „Global Sumud Flottille“, wurde am Mittwoch gestoppt. Die israelische Marine nahm mehrere Aktivisten in Gewahrsam – darunter auch die Klima-Aktivistin Greta Thunberg.
Israelische Marine stoppt Boote und warnt Aktivisten
Wie oe24.at berichtet, kam es zur Konfrontation, als die israelische Marine die aus rund 50 Booten bestehende Flotte zur Umkehr aufforderte. Die Aktivisten erklärten laut italienischen Medienberichten, dass die Marine begonnen habe, ihre Boote „zu entern“. Den Teilnehmern wurde unmissverständlich mitgeteilt, dass bei einer Weiterfahrt „die Schiffe beschlagnahmt“ würden.
Das „Mutterschiff“ der Flotte, die Alma, wurde isoliert. Die Besatzungsmitglieder, darunter Greta Thunberg, wurden festgenommen und sollen in den israelischen Hafen von Ashdod gebracht werden. An der umstrittenen Mission nahmen rund 300 Personen aus 44 Ländern teil, auch Österreicher sollen an Bord gewesen sein.
Politik schaltet sich ein – Ausweisung erwartet
Die Festnahmen lösten umgehend diplomatische Reaktionen aus. Der italienische Außenminister Antonio Tajani erklärte laut Medienangaben, dass die italienische Botschaft in Tel Aviv beauftragt wurde, allen Landsleuten konsularische Hilfe zu leisten. Er rechnet fest mit einer baldigen Ausweisung der Festgenommenen: „Ich denke, es wird einen Flug geben, der sie zusammen mit den anderen in ein paar Tagen nach Europa zurückbringt.“
Auch Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte die Aktivisten zuvor eindringlich gewarnt und die Mission als unverantwortlich bezeichnet. Sie rief dazu auf, die laufenden Friedensverhandlungen abzuwarten, anstatt durch solche Aktionen für zusätzliche Spannungen zu sorgen.
Proteste in Italien nach Festnahmen
Die Nachricht von den Festnahmen führte in Italien zu Protesten. Wie oe24.at meldet, kündigte der größte Gewerkschaftsverband des Landes, CGIL, für den kommenden Freitag einen landesweiten Streik an, um die Flotille zu unterstützen. Die Gewerkschaften werfen der Regierung Meloni einen zu israelfreundlichen Kurs vor. In Rom und Turin kam es bereits am Mittwochabend zu propalästinensischen Demonstrationen. Die Lage bleibt angespannt, während die Welt auf die nächsten Schritte Israels und die Freilassung der Aktivisten wartet.
Quelle: oe24.at
Credits: APA
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