Einsamkeit trifft jeden Vierten: Was das Sozialministerium dagegen tut — und was es kostet

Einsamkeit trifft jeden Vierten: Was das Sozialministerium dagegen tut — und was es kostet

Einsamkeit ist in Österreich kein Randphänomen mehr. Das Sozialministerium fördert eine nationale Plattform dagegen — mit 180.000 Euro. Eine parlamentarische Anfrage bringt die Zahlen ans Licht.

Was die Anfrage zeigt

Auf eine parlamentarische Anfrage der FPÖ-Abgeordneten Rosa Ecker antwortete Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) laut oe24.at mit einer klaren Zahl: 180.000 Euro flossen im Zeitraum 1. Mai 2025 bis 30. April 2027 an den Verein Social Innovation Wien zur Förderung der sozialen Innovation — den Träger der Plattform gegen Einsamkeit in Österreich. Mit dem Geld sollen laut Anfragebeantwortung Begegnungsangebote umgesetzt, das gesellschaftliche Bewusstsein gestärkt und nationale wie internationale Kooperationen ausgebaut werden.

Die Plattform gegen Einsamkeit ist seit 2021 als nationale Anlaufstelle und Kompetenznetzwerk tätig, wie plattform-gegen-einsamkeit.at dokumentiert. Ihre zentrale Angebotsdatenbank umfasst inzwischen über 100 Initiativen und bildet knapp 300 Begegnungsangebote in ganz Österreich ab.

Das Problem dahinter ist real — und groß

Die Zahlen zur Einsamkeit in Österreich sind ernüchternd. Laut einer aktuellen Studie des Sozialministeriums von Dezember 2025, wie arbeit-wirtschaft.at berichtet, geben 28 Prozent der Österreicher — das sind mehr als zwei Millionen Menschen — an, sich einsam zu fühlen. Statistik Austria erhebt das Thema seit 2021 vierteljährlich und kommt laut science.orf.at zu einem besonders deutlichen Befund: In Haushalten mit materiellen Einschränkungen liegt der Anteil der immer oder meistens Einsamen bei 35 Prozent — in wohlhabenderen Haushalten bei nur sechs Prozent. Einsamkeit ist damit auch ein Armutsproblem.

Besonders überraschend: Nicht nur alte Menschen sind betroffen. Wie heute.at unter Berufung auf den Nivea Connect Report 2025 berichtet, sind die 16- bis 24-Jährigen die am stärksten betroffene Altersgruppe.

180.000 Euro — genug oder zu wenig?

Die Frage liegt auf der Hand: Reichen 180.000 Euro für zwei Jahre, um zwei Millionen einsamen Menschen zu helfen? Das Sozialministerium finanziert über die Plattform hinaus weitere Projekte — etwa das Programm „Gemeinsam statt einsam“ in der Steiermark gemeinsam mit dem Fonds Gesundes Österreich, wie steiermark.orf.at berichtet. Die Plattform versteht sich als Koordinierungsstelle, nicht als direkter Hilfsdienst.

Credits: BKA Regina Aigner

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