Eigene Liste für die Tirol-Wahl? Dornauer will Anfang 2027 entscheiden

Eigene Liste für die Tirol-Wahl? Dornauer will Anfang 2027 entscheiden

Aus der SPÖ ausgeschlossen, aber nicht aus der Politik verschwunden: Tirols früherer Landeshauptmann-Stellvertreter Georg Dornauer liebäugelt mit einer eigenen Liste für die Landtagswahl im Herbst 2027. Entscheiden will er Anfang des kommenden Jahres. Bis dahin geht er auf Tour durchs Land – und teilt kräftig gegen seine früheren Parteifreunde aus.

“Kein Kegelverein”

Seine Lust an der Politik sei “nach wie vor ungebrochen”, sagte Dornauer am Mittwoch der APA, wie oe24 berichtet. Er bekomme laufend positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung mit der Bitte, anzutreten. Zugleich bremst er die Erwartungen. “Die Gründung einer politischen Gruppierung ist nicht die Gründung eines Kegelvereins”, so der 43-Jährige. Dafür brauche es etwa “handfeste Unterstützer” in allen Bezirken. Ob er die findet, will er in den kommenden Wochen herausfinden.

“Red ma über Tirol!”

Dafür startet Dornauer eine Reihe von Veranstaltungen, die er “Tirol-Treffs” nennt. Mindestens eine pro Woche soll es geben, die erste an diesem Freitag in einem Café im Ötztal. Auf seiner neuen Website dornauer.tirol lädt er unter dem Slogan “Red ma über Tirol!” ein: “Komm vorbei. Red mit. Sag deine Meinung.” Ob er kandidiert, würden letztlich die Menschen in Tirol entscheiden, schreibt er dort.

“Stillstand” in der Landesregierung

Mit der schwarz-roten Landesregierung unter Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) geht Dornauer hart ins Gericht. In Tirol herrsche “Stillstand”, während seine “politische Linie” im Land und darüber hinaus Anklang finde. Auf seiner Website prangert er “erdrückende Lebenshaltungskosten”, “immer schwerer leistbaren Wohnraum” und die “täglich rollende Verkehrslawine” an. Damit zielt er auch auf seine frühere Partei, die SPÖ, die in der Koalition mit der ÖVP sitzt.

Vom Parteichef zum freien Abgeordneten

Dornauers Weg aus der SPÖ hatte zwei Stationen. Im November 2024 musste er als Parteichef und Landeshauptmann-Stellvertreter zurücktreten, nachdem ein angeblicher Jagdausflug mit dem Signa-Gründer René Benko bekannt geworden war. Im Oktober 2025 folgte der Ausschluss aus Partei und Landtagsklub. Auslöser war sein Antrag im Landtag, 170 Millionen Euro an Übergewinnen des Landesenergieversorgers Tiwag als Sonderdividende an die Bevölkerung auszuschütten. Die Landesparteispitze wertete das als Bruch des Koalitionsvertrags. Seither sitzt Dornauer als freier Abgeordneter im Landtag.

Ein knappes Rennen

Eine eigene Liste könnte die Tirol-Wahl zusätzlich spannend machen. Laut ORF Tirol liefern sich ÖVP und FPÖ in Umfragen bereits ein Kopf-an-Kopf-Rennen, die Volkspartei setzt deshalb auf mehr Distanz zur Bundespartei und will am 7. November eine eigene “Tirol-Mitgliedschaft” beschließen. Wie viele Stimmen Dornauer mit einer eigenen Liste holen könnte und wem er sie abnehmen würde, ist offen – Umfragen dazu liegen bisher nicht vor.

Credits: SPÖ Tirol – DieFotografen_IFO2182, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=126658204

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