Ebola: Erster Verdachtsfall an Österreichs Grenze

Ebola: Erster Verdachtsfall an Österreichs Grenze

In Tabor, nur 81 Kilometer von Österreich entfernt, hat ein möglicher Ebola-Fall einen Großeinsatz der tschechischen Rettungskräften ausgelöst. Ein 40-jähriger US-Bürger, der kürzlich aus der Demokratischen Republik Kongo zurückgekehrt war, zeigte Symptome, die auf eine Infektion mit dem Ebola-Virus hindeuten.

Der Patient wurde unter strengen Sicherheitsvorkehrungen auf die Sonderisolierstation des Prager Krankenhauses Bulovka verlegt.

Zuvor hatte sich der Mann in der südböhmischen Stadt Tábor, etwas nördlich von Budweis, 80 Kilometer von Österreichs Grenze entfernt, medizinisch behandeln lassen. Dort wurden umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt. Die entnommenen Proben wurden zur weiteren Analyse an ein spezialisiertes Labor in Deutschland geschickt. Mit Ergebnissen wird frühestens am heute gerechnet.

Seit der Entdeckung im Jahr 1976 in Zaire (heute Demokratische Republik Kongo) hat das Virus immer wieder schwere Ausbrüche in Afrika ausgelöst – mit teils verheerenden Folgen. Ebola zählt zu den sogenannten hämorrhagischen Fiebern, also Krankheiten, die mit Fieber und inneren sowie äußeren Blutungen einhergehen können. Es gibt mehrere Stämme des Virus, von denen vor allem der Zaire-Typ als besonders tödlich gilt. Die Sterblichkeitsrate liegt je nach Virusvariante und Behandlungsmöglichkeit zwischen 30 und 90 Prozent.

Die Übertragung erfolgt ausschließlich durch direkten Kontakt mit infizierten Personen oder Tieren. Das Virus wird über Körperflüssigkeiten wie Blut, Urin, Speichel, Erbrochenes, Sperma oder Schweiß übertragen – auch durch Kontakt mit der Haut Verstorbener. Auch medizinisches Personal oder pflegende Angehörige sind besonders gefährdet. Eine Übertragung durch die Luft findet nicht statt – im Gegensatz zu anderen Viren wie Grippe oder COVID-19.

Die Krankheit kann auch durch den Verzehr oder den Umgang mit infizierten Wildtieren (z. B. Fledermäuse oder Affen) auf den Menschen übergehen – dies gilt als ursprüngliche Infektionsquelle bei vielen Ausbrüchen in Afrika.

Symptome und Verlauf

Nach einer Inkubationszeit von 2 bis 21 Tagen beginnt Ebola meist plötzlich mit:

  • hohem Fieber
  • starken Kopfschmerzen
  • Muskel- und Gliederschmerzen
  • Erbrechen und Durchfall
  • Hautausschlag

In schweren Fällen kommt es zu inneren Blutungen, Organversagen und schließlich zum Tod. Besonders tückisch ist, dass Ebola zu Beginn wie eine gewöhnliche Virusinfektion wirkt – was die Ausbreitung beschleunigt und schnelle Diagnosen notwendig macht.

Eine spezifische Therapie gibt es bislang nicht. Die Behandlung beschränkt sich auf eine symptomatische Versorgung, etwa durch Flüssigkeitsgabe, Stabilisierung des Kreislaufs und Schmerzmanagement. In den letzten Jahren wurden jedoch erste Impfstoffe wie rVSV-ZEBOV in betroffenen Regionen eingesetzt – mit vielversprechenden Ergebnissen.

Die tschechischen Gesundheitsbehörden betonen, dass es sich bislang um einen Verdachtsfall handelt. Entsprechende Vorsichtsmaßnahmen wurden ergriffen, um eine mögliche Ausbreitung zu verhindern. Die Bevölkerung wurde über die Situation informiert und zur Ruhe aufgerufen.

Credit: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
Inline-Rückmeldungen
Alle Kommentare anzeigen
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x