Monatelanger Streit um Öl, Blockaden und Milliardenkredite – jetzt meldet die Ukraine die Reparatur der Druschba-Pipeline. Die Konsequenz soll sein: 90 Milliarden Euro für Kiew.
Was passiert ist: Pipeline seit Januar lahmgelegt
Ende Januar 2026 wurde ein Abschnitt der Druschba-Pipeline durch einen russischen Drohnenangriff auf die Westukraine beschädigt. Seither floss kein russisches Öl mehr über die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei. Wie ZDF heute berichtete, warfen Budapest und Bratislava Kiew daraufhin vor, die Reparaturen aus politischen Gründen zu verzögern und den Ausfall als Druckmittel einzusetzen. Die Ukraine wies das zurück.
Selenskyj: Reparatur abgeschlossen
Am 21. April 2026 meldete Präsident Wolodymyr Selenskyj auf X den Abschluss der Arbeiten. Wie die Berliner Zeitung berichtete, schrieb er: „Die Ukraine hat die Reparatur an der Druschba-Öl-Pipeline, die durch einen russischen Angriff beschädigt worden war, abgeschlossen. Die Pipeline kann den Betrieb wieder aufnehmen.“ Spezialisten hätten „die grundlegenden Voraussetzungen geschaffen, um den Betrieb des Pipelinesystems wiederherzustellen.“ Gleichzeitig schränkte er ein, dass niemand garantieren könne, Russland werde keine weiteren Angriffe auf die Pipeline-Infrastruktur durchführen.
Selenskyj verknüpft Pipeline mit EU-Milliarden
Die Ankündigung kommt nicht ohne politischen Preis. Wie Euronews berichtete, machte Selenskyj klar: „Wir verbinden dies mit der Freigabe des europäischen Unterstützungspakets für die Ukraine, das bereits vom Europäischen Rat gebilligt worden war.“ Er hoffe zudem, dass Partnerländer „notwendige Schritte“ bei den Ukraine-Beitrittsverhandlungen mit der EU unternähmen.
Konkret geht es um ein 90-Milliarden-Euro-Darlehen für die Ukraine, das der noch amtierende ungarische Premier Viktor Orbán seit Monaten blockiert hatte. Orbán hatte zuvor signalisiert, sein Veto aufzuheben, sobald die Öllieferungen wieder anlaufen. Wie t-online berichtete, schrieb er auf X: „Sobald die Öllieferungen wieder aufgenommen werden, werden wir der Genehmigung des Darlehens nicht länger im Wege stehen.“
Brüssel: Hoffnung auf schnelle Freigabe
Die Reaktion aus Brüssel ließ nicht lange auf sich warten. Wie ZDF heute berichtete, forderte EU-Außenbeauftragte Katja Kallas nach Selenskyjs Ankündigung umgehend Tempo: „Ich erwarte eine positive Entscheidung zum 90-Milliarden-Euro-Darlehen in den nächsten 24 Stunden.“ Laut Euronews setzte die zyprische EU-Ratspräsidentschaft für Mittwoch bereits eine Abstimmung über den Ukraine-Kredit auf die Agenda. Für 2026 ist zunächst eine Tranche von 16,7 Milliarden Euro für finanzielle Unterstützung und 28,3 Milliarden Euro für militärische Hilfe vorgesehen.
Credits: APA
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