Die Energiebranche warnt vor einem möglichen Treibstoffmangel in Österreich ab Pfingsten. Besonders Diesel könnte knapp werden, da die internationale Nachfrage steigt und die Lagerbestände begrenzt sind. Jürgen Roth, Fachverbandsobmann des Energiehandels, erklärte laut einer Aussendung der Wirtschaftskammer Österreich: „Die Versorgung ist im Moment stabil, aber der große Nachfrageschub steht uns erst bevor.“
Diesel als Sorgenkind
Die Situation bei Diesel ist besonders angespannt. Laut Roth fließt die Ware dorthin, wo mehr bezahlt wird, was die Preise in die Höhe treibt und den Wettbewerb um verfügbare Mengen verschärft. Auch die Internationale Energieagentur (IEA) warnt vor einer möglichen Verschärfung der Lage in Europa. Fatih Birol, Chef der IEA, erklärte in einem Podcast, dass die Knappheit von Diesel und Kerosin bereits in Asien spürbar sei und Europa im April oder Mai treffen könnte.
Kritik an der Spritpreisbremse
Die österreichische Spritpreisbremse steht ebenfalls in der Kritik. Diese Maßnahme, die eine Reduktion der Mineralölsteuer und eine Begrenzung der Gewinnspannen vorsieht, sei laut dem Fachverband Energiehandel „im internationalen Kontext wirkungslos“. Besonders kleinere Marktteilnehmer würden benachteiligt. Die OMV, Österreichs größter Öl- und Gaskonzern, steht zudem unter Beobachtung, da die Preisreduktionen nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden können. Laut Handelsblatt importiert Österreich 60 Prozent seines Diesels, was die Umsetzung der Preisbremse erschwert.
Globale Auswirkungen des Irankriegs
Die angespannte Lage auf den Energiemärkten wird durch den Krieg im Nahen Osten weiter verschärft. Die Sperrung der Straße von Hormus hat die Exporte von Diesel und Kerosin aus der Golfregion nahezu zum Erliegen gebracht. Laut der „Zeit“ hat Europa im vergangenen Jahr täglich rund 330.000 Barrel Diesel aus dieser Region importiert. Ersatzlieferungen aus den USA oder Brasilien können die Lücke nur teilweise schließen.
Forderungen nach politischen Maßnahmen
Die Transportbranche, die stark von den Dieselpreisen abhängig ist, schlägt Alarm. Dirk Engelhardt, Chef des Branchenverbands BGL, betonte, dass die steigenden Kosten existenzbedrohend seien.
Quellen: oe24.at, Zeit.de, Handelsblatt.com
Credits: APA
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