Drohneneinschlag in Rumänien: Meinl-Reisinger bestellt russischen Botschafter ein

Drohneneinschlag in Rumänien: Meinl-Reisinger bestellt russischen Botschafter ein

Eine mutmaßlich russische Drohne trifft ein Wohnhaus in einem NATO-Land – und Österreich greift zu einem der schärfsten diplomatischen Mittel, das ein Außenministerium hat.

Was in der Nacht in Rumänien passierte

Wie das rumänische Verteidigungsministerium und heute.at berichteten, schlug in der Nacht auf Freitag eine russische Drohne in ein Wohnhochhaus im rumänischen Galați ein. Zwei Menschen wurden leicht verletzt, ein Brand ausgelöst. Rumänien ist EU- und NATO-Mitglied. Wie das rumänische Verteidigungsministerium mitteilte, haben russische Drohnen seit Beginn der Angriffe auf ukrainische Häfen an der Donau bereits 28 Mal den rumänischen Luftraum verletzt.

Meinl-Reisinger bestellt russischen Botschafter ein

Die Reaktion aus Wien ließ nicht lange auf sich warten. Wie heute.at unter Berufung auf die Krone berichtete, bestellte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) den russischen Botschafter in Wien ein – ein in der Diplomatie ungewöhnlich deutliches Signal der Missbilligung. Zuvor hatte Meinl-Reisinger Rumänien Österreichs Solidarität zugesichert und Russland vorgeworfen, „die Menschen in Europa zu verunsichern.“ Gleichzeitig betonte sie: „Jeder neue Angriff lässt Europa nur enger zusammenrücken.“ Russland stehe „militärisch und wirtschaftlich“ enorm unter Druck – man werde sich „nicht einschüchtern“ lassen.

Stocker: „Absolut verabscheuungswürdig“

Auch Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) reagierte laut heute.at mit scharfen Worten. Auf X schrieb er: „Der russische Drohnenangriff auf Wohnhäuser in Rumänien ist eine weitere gefährliche Eskalation und absolut verabscheuungswürdig – ich verurteile ihn in den schärfsten möglichen Worten!“ Österreich stehe „in voller Solidarität zu unseren Freunden und Partnern in Rumänien.“

Rumänien: „Schwerwiegende Verletzung des Völkerrechts“

Wie heute.at berichtete, bestellte auch Rumänien selbst den russischen Botschafter ein. Außenministerin Oana Toiu bezeichnete den Vorfall als „schwerwiegende Verletzung des Völkerrechts“ und kündigte an, Russland über die diplomatischen Konsequenzen und die nächsten europäischen Schritte bei den Sanktionspaketen zu informieren. Wie die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Kremlsprecher Dmitri Peskow berichtete, wurde auch Präsident Wladimir Putin über den Vorfall informiert.

Credits: APA

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