Drohnenangriff auf Emirate-AKW: Israel bereitet sich auf neue Iran-Offensive vor

Drohnenangriff auf Emirate-AKW: Israel bereitet sich auf neue Iran-Offensive vor

Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran wackelt gefährlicher denn je. Ein Drohnenangriff auf ein Atomkraftwerk in den Vereinigten Arabischen Emiraten hat die Lage am Sonntag dramatisch zugespitzt. Israel steht nach eigenen Angaben auf höchster Alarmstufe – und bereitet sich auf eine mögliche Wiederaufnahme der Militärschläge vor.

Netanjahu: „Wir sind auf jedes Szenario vorbereitet“

Wie t-online.de unter Berufung auf die israelische Zeitung Jediot Achronot berichtet, hat die israelische Armee in Erwartung einer möglichen Wiederaufnahme der Angriffe gegen den Iran höchste Bereitschaft ausgerufen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Sonntag bei einer Kabinettssitzung in Jerusalem: „Unsere Augen sind weit geöffnet in Bezug auf den Iran. Es gibt gewiss viele Möglichkeiten, wir sind auf jedes Szenario vorbereitet.“ Er kündigte an, in Kürze mit US-Präsident Donald Trump zu sprechen.

Gleichzeitig mehrten sich laut t-online.de die Anzeichen, dass auch Trump neue Militärschläge gegen den Iran erwäge – nachdem er offenbar zu dem Schluss gekommen sei, dass Teheran nicht bereit ist, seine Bedingungen bei den Verhandlungen zu akzeptieren.

Drohnenangriff auf AKW der Emirate – Iran im Verdacht

Auslöser der neuen Eskalationsstufe ist ein Drohnenangriff auf ein Atomkraftwerk in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Wie t-online.de berichtet, brach in einer Anlage in der Wüstenregion westlich von Abu Dhabi ein Feuer in einem Stromgenerator aus. Das Medienbüro der Hauptstadt erklärte, die Sicherheit der Anlage sei nicht gefährdet gewesen und der Betrieb laufe normal, Verletzte gebe es keine. Der Verdacht richtet sich laut t-online.de unmittelbar gegen den Iran, der die Emirate seit Kriegsbeginn massiv unter Beschuss hält: Das Land meldete demnach seit Ende Februar nahezu 3.000 iranische Angriffe mit Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern.

Waffenruhe seit April – aber kaum Fortschritte

Den aktuellen Kontext liefert die jüngste Konfliktgeschichte: Wie tachles.ch berichtet, hatten die USA und der Iran am 8. April 2026 unter Vermittlung Pakistans eine Waffenruhe vereinbart. Seitdem laufen Verhandlungen – bisher ohne greifbare Ergebnisse. Knackpunkte sind das iranische Atomprogramm und die Blockade der Straße von Hormus, die den globalen Ölhandel massiv beeinträchtigt. Trump hatte Anfang Mai mit seinem „Projekt Freiheit“ versucht, Schiffen freie Fahrt durch die Meerenge zu verschaffen – der Iran reagierte laut tachles.ch mit Angriffen auf Ölanlagen in den Emiraten. Trump stoppte die Initiative daraufhin vorübergehend, um Verhandlungsspielraum zu prüfen.

Hintergrund: Wie der Krieg begann

Der aktuelle Konflikt hat seine Wurzeln in einem jahrelangen Eskalationsprozess. Wie die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) dokumentiert, starteten Israel und die USA am 28. Februar 2026 eine großangelegte Luftoffensive gegen den Iran – mitten in laufenden Nuklearverhandlungen. Bei dem Angriff wurde Revolutionsführer Ali Chamenei getötet, ebenso zahlreiche Militärführer und Nuklearwissenschaftler. Der Iran reagierte mit massiven Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, US-Stützpunkte in der Region sowie Energie-Infrastruktur und weitete den Konflikt durch die Blockade der Straße von Hormus international aus. Wie die bpb weiter festhält, erklärte die Trump-Regierung Ende Juni 2025 – nach einer früheren israelischen Operation – das iranische Atomprogramm sei „ausgelöscht“ worden. Israel sprach davon, Irans Nuklearfähigkeiten seien „um Jahre zurückgeworfen“ worden.

Credits: APA

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